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Drittes Internationales Fairness-Forum

unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau

sponsored by Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

Authentisch führen:
Balanceakt in Widersprüchen

Ein Rückblick

Über 350 Teilnehmer folgten gespannt den Statements und Diskussionsbeiträgen auf dem Internationalen Fairness-Forum 2003 am 29.11. Die Fairness-Stiftung hatte dazu in das Kongresszentrum der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main eingeladen. Thema: „Authentisch führen – Balanceakt in Widersprüchen!“

Dr. Norbert Copray Dr. Norbert Copray, Direktor der Fairness-Stiftung, eröffnet die Veranstaltung.Er unterstreicht das Anliegen der Fairness-Stiftung, zur Vertiefung und Verbreitung von Fairness-Kompetenz im Führungshandeln und in Organisationen beizutragen. Voraussetzung dafür sei, die Rahmenbedingungen und die Risiken von Führungspositionen zu kennen und auf die Chancen und Widersprüche hin auszuloten. Fairness-Kompetenz als Führungskompetenz habe - so der Ansatz der Fairness-Stiftung - entscheidend mit der Integrität und Authentizität einer Führungspersönlichkeit zu tun. Dabei gebe es eine Inflation und einen Missbrauch des Wortes Authentizität.Doch die bisweilen missbräuchliche Verwendung solle kein Grund sein, sich von der kritischen Inanspruchnahme des Wortes abbringen zu lassen. Wie schnell müsste man dann das Wort „fair“ im Sport fallen lassen, weil gerade auch unfaire Akteure sich hinter dem Wortgebrauch verstecken. Das diesjährige Fairness-Forum diene dazu, authentische Führung genauer zu untersuchen und in ihrer praktische Relevanz, aber mit ihrer Problematik im Kontext von Wettbewerb und Gewinnstreben heraus zu arbeiten.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Bundespräsident Dr. Johannes Rau, meint in seinem Grußwort unter anderem: „ Personalführung will gelernt sein. Die Fairness-Stiftung setzt sich mit großem Engagement dafür ein, Führungskräfte bei ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen“. Und wünschte dem Kongress ein gutes Gelingen.

Prof. Dr. Karl-Heinz BrodbeckIn seiner Einführung fragt Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Vorsitzender der Fairness-Stiftung: „Was kann gelernt werden, was kann nicht gelernt werden? Kann Authentizität gelernt werden? Oder ist sie eine Grundvoraussetzung, um Führung lernen und stets verbessern zu können?“

Der Ehrenvorsitzende der Kuratoriums, Prof. Dr. Rupert Lay, sieht einen Menschen dann als authentisch an, „wenn er das sagt, wenn er so handelt, wie es von seinem Gewissen gefordert wird.

Solche Authentizität setzt voraus, dass ein Mensch in emotionalem, sozialem und rationalem Gleichgewicht ist. Diese Trias, Emotionalität, Rationalität und Sozialität, sollte eine Einheit bilden, in der jeder Pol in etwa gleich stark zur Geltung kommt. Das aber setzt voraus, dass sich ein Mensch physisch, psychisch und sozial wohl befindet. Sich in einer kritischen Situation in allen drei Dimensionen wohl zu befinden, haben wir in unserem Kulturkreis nicht gelernt. Es muss also nachgelernt werden. Somit können die wichtigsten Voraussetzungen für authentisches Sprechen und Handeln gelernt werden. Nicht gelernt werden kann das für eine Authentizität notwendige Charaktermerkmal einer fundamentalen Redlichkeit und Wahrhaftigkeit“.

Prof. Daniel Goeudevert Prof. Daniel Goeudevert, Vizepräsident der Stiftung für die Ökonomie und nachhaltige Entwicklung der Regionen Europas, Berater des Generaldirektors der UNESCO, früher Vorstand bei Renault Deutschland, Ford Deutschland und Volkswagen AG, hält Authentizität in der Führung für möglich. Voraussetzung seien Bescheidenheit und Mut. Bescheidenheit, um seine Grenzen zu kennen und die der anderen zu achten. Mut, um eigenes Denken auszusprechen und zu behaupten, ohne deshalb kompromissunfähig zu werden. Richtungsweisend sei für ihn ein Satz, den er Alfred Herrhausen, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank zuschreibe: „Wir müssen das, was wir denken, auch sagen, wir müssen das, was wir sagen, auch tun, und wir müssen das, was wir tun, auch sein“. Goeudevert dreht die Frage um und sagt, wer das nicht leisten könne, tauge nicht wirklich zur Führung.

Prof. Dr. Gertrud Höhler Frau Prof. Dr. Gertrud Höhler, Unternehmens- und Politikberaterin, Fairness-Ehrenpreisträgerin des letzten Jahres, sieht einen Missbrauch des Wortes authentisch bei Führungskräften, „die eher die Selbstbehauptung meinen, der sie ihren Erfolgsweg verdanken, als den Widerstand gegen Institutionen und Systeme. Denn im System sind sie aufgestiegen und Egostärke könnte ein Synonym für das sein, was sie mit „Authentizität“ bezeichnen“. Wichtig für authentische Führung sind für sie die Kraft und der Wille zu offensivem Vertrauen. Und für etwas zu stehen, einzustehen, berechenbar zu sein, ohne sich verrechnen zu lassen.

Prof. Götz W. Werner Der Gesellschafter-Geschäftsführer von dm-drogeriemarkt und diesjährige Fairness-Ehrenpreisträger, Prof. Götz W. Werner, stellt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Konzept der dialogischen Führung bei dm und authentischer Führung her. Authentische Führung drückt sich im Dialog mit den Mitarbeitern aus. Dialog erzeugt authentische Führung. Wobei unter Dialog ein Gespräch auf Augenhöhe verstanden wird, eine bewusste Anerkennung des Anderen als Partner in einem Arbeitsbündnis.

Dr. Reinhard K. Sprenger Führungsexperte und Managementberater Dr. Reinhard K. Sprenger ist skeptisch, was Authentizität in Machtstrukturen anbelangt. Macht ist für ihn ein kommunikativer Sündenfall. Daher spricht er auch nicht von authentischer Führungskraft, sondern von wertsetzender Persönlichkeit. Dazu gehört für ihn unter anderem, einen Wert um seiner selbst willen anzustreben und nicht in einem Nutzenkontext. Dazu komme, dass eine Person ihren Standpunkt für revidierbar hält und ihn auch revidieren kann, ohne in Beliebigkeit abzugleiten.