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20.11.2015 15:20
Wie Kleidung Textilarbeiter ruiniert - und was wir tun können  

Mehrere hundert Textilarbeiter haben in sieben verschiedenen Textilfabriken Kambodschas in zwei Tagen Ohnmachtsanfälle erlitten. Verantwortlich wird dafür ein auf nahe gelegenen Reisfeldern versprühtes Insektenschutzmittel gemacht, wie die Nachrichtenagentur AFP und weitere Medien unter Berufung auf Regierungsangaben melden.

Rund 250 Beschäftigte klagten am Freitag in sechs Textilfabriken in einem Industriegebiet nahe der Hauptstadt Phnom Penh über Übelkeit oder wurden ohnmächtig. Bereits am Donnerstag hatten 119 Arbeiter in einer Spielzeugfabrik in dem Industriegebiet Ohnmachtsanfälle erlitten, wie die Behörde für Soziale Sicherheit (NSSF) mitteilte. Auch hier sollen auf den Feldern versprühtes Insektizid die Ursache gewesen sein.

In Kambodscha kommt es häufig zu massenhaften Ohnmachtsanfällen vor allem in Textilfabriken. Meist sind die schlechten Arbeitsbedingungen und mangelhafter Schutz vor gefährlichen Chemikalien schuld. Daher war das Thema des Int. Fairness-Forums am 31.10.2015 angemessen gewählt: Unsere Kleidung: wie unfair ist sie – wie fair kann sie sein?

Sina Trinkwalder, Trägerin des Deutschen Fairness Preises 2015 und Gründerin der ökosozialen Bekleidungsfirma manomama, Jürgen Stellpflug, Chefredakteur von ÖkoTest, Dr. Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut, und Prof. Dr. Harald Welzer von der Stiftung futurzwei diskutierten über den richtigen Weg, zu Fairness in der Modebranche zu kommen. Die lebhafte Debatte kristallisierte die Streitfrage heraus, ob es entscheidender für eine nachhaltige, faire, zukunftsfähige Wirtschaft, für einen nachhaltigen, fairen, zukunftsfähigen Konsum sei, grundsätzlich weniger zu konsumieren und ansonsten um Ansätze entsprechender Produktion und Handelns bemüht zu sein oder ob es förderlicher sei, Schritt für Schritt durch Aufklärung, durch Information, durch Bewusstseinsveränderung dafür zu sorgen, dass zwar auch weniger konsumiert, aber eher anders und bewusster konsumiert werde. In einer Massengesellschaft mit 7 Milliarden Menschen ist Massenkonsum und Massenproduktion einerseits unvermeidlich, weswegen es darauf ankomme, den Konsum durch Aufklärung und Information zu orientieren, wozu auch durchaus bestimmte – nicht alle – Siegel beitrügen, die den Verbrauchern durch den Konsumdschungel verhelfen würden.

Zumal oftmals Firmen versuchten, etwas als fair und nachhaltig erscheinen zu lassen, was nicht fair und nachhaltige ist. Andererseits bedeute schon grundsätzlich weniger Konsum eine deutliche Veränderung von Konsum- und Nachfrageverhalten und damit auch einen starken Einfluss auf Produktion und Handel. Bedeutend sei, weniger den Verbraucher in den Blick zu nehmen als vielmehr den Bürger, der Einfluss nimmt auf politische Rahmenbedingungen und durch seine Beteiligung und Aktivität die Gesellschaft um- und mitgestaltet, so dass Dabei sei nicht entscheidend, von vornherein lange herauszufinden, ob sich etwas lohnen würde, also gewissermaßen von einem möglichen Endergebnis her zu denken und zu urteilen, sondern von da aus zu beginnen, was man als richtig, als fair, als ethisch geboten erkannt hat, um damit Gesellschaft, Wirtschaft und Kaufverhalten zu prägen.

Mehr dazu samt Fotos finden Sie unter:

"Wie kann Produktion und Kauf fairer Kleidung gelingen?

"Shopliste für faire Mode"

"Was ist aktuell vom Textilbündnis zu halten?

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