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04.12.2018 15:31
Was Beschäftigte für 2019 wichtig finden  

Angesichts mancherorts vorhandener Vollbeschäftigung müssen einige Fragen zur Arbeitswelt neu oder erneut gestellt werden. Was ist den Beschäftigten in ihrem Beruf und an ihrem Arbeitsplatz am Wichtigsten? Wie ist das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Arbeit? Was treibt sie an? Wie stehen sie zu ihren Chefs? Ist die Möglichkeit, in Teilzeit arbeiten zu können, inzwischen besonders wichtig? Denken die Jungen darüber anders als die Älteren? Kurz: Was beschäftigt die Beschäftigten mit Blick auf 2019?

Zusammengefasst ergibt sich aus einer repräsentativen Umfrage 2018 mit Blick auf 2019 folgendes Bild:

„1. Das Wohlfühlen am Arbeitsplatz, die Arbeitsplatzsicherheit und die Zukunftsfähigkeit ihres Berufs sind erwerbstätigen Deutschen besonders wichtig.

2. Möglichkeiten zur Weiterbildung, die Unterstützung durch Vorgesetzte und die Einarbeitung in moderne Technik sind wichtige Anliegen, mit denen man im Vergleich weniger zufrieden ist.

3. Neue Ideen für die Arbeitswelt sind für Erwerbstätige derzeit nicht sehr wichtig, so die Option, berufliche und private Dinge zu verbinden. Vielmehr wollen sie in ihrer Freizeit nicht mit beruflichen Angelegenheiten behelligt werden.

4. Sabbaticals, Sportangebote, ein gesundes Kantinenangebot sind (noch) wenig relevant. Bei den jungen Erwerbstätigen zeigen sich hier allerdings erste Veränderungen.

5. Auch wenn die Unterstützung von Vorgesetzten bei der Weiterentwicklung bemängelt wird, sind die Erwerbstätigen mit der zwischenmenschlichen Beziehung zueinander weitgehend zufrieden.

6. Bei den jungen Erwerbstätigen zwischen 25 und 34 Jahren, die ihre Berufskarriere starten steht die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit an erster Stelle. Daneben erwarten sie Anerkennung, Unterstützung und Weiterbildungsmöglichkeiten.

7. Erwerbstätige zwischen 35 und 44 Jahren sorgen sich um ihr Fortkommen. Sie wollen sich weiterbilden, in moderne Technik eingearbeitet werden und erwarten dabei die Unterstützung durch Vorsetzte.

8. Leitende Angestellte wünschen sich die Einarbeitung in moderne Technik, die Unterstützung von Vorgesetzten und eine bessere Verteilung der Arbeit. Sie haben auch die Altersabsicherung im Blick. Die Zukunftssicherheit ihres Berufs sehen sie positiv.

9. Erwerbstätige in Großunternehmen (mehr als 2.000 Mitarbeiter) sehen die Unterstützung von Vorgesetzten bei der Weiterentwicklung als Defizit. Zudem erwarten sie sich eine bessere Verteilung der Arbeit und mehr selbstbestimmte Arbeitsinhalte.

Im Auftrag der ZEIT hat das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft quer durch alle Berufsgruppen 1.000 Menschen dazu befragt, was sie sich von ihrem Arbeitsplatz wünschen und wie zufrieden sie sind. (…) Dazu hat das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag der ZEIT in einer repräsentativen Erhebung rund 1.000 erwerbstätige Menschen in Deutschland befragt: Arbeiter wie Angestellte, Selbstständige wie Auszubildende, ältere und junge, quer durch alle Berufsgruppen. Die Erhebung zu den "Fragen des Jahres" fand von Juli bis September 2018 mittels "computergestützter telefonischer Interviews" statt".

"Aspekte des Arbeitslebens, die im weitesten Sinne das Thema Führung betreffen, sind für die Beschäftigten auf besondere Weise relevant – sie finden sich vermehrt in der oberen Hälfte der Wichtigkeitsskala wieder. Das sind, zugegeben, noch keine "Breaking News". Aber ein zweiter Blick auf die Zahlen lohnt sich: Zwar sind die Vorgesetzten weiterhin die zentralen Figuren bei den wichtigen Fragen des Berufsalltags, sie sind Hoffnungsträger und Projektionsfläche. Bei den großen, "wichtigen" Themen "Weiterentwicklung", "Anerkennung", "Selbstbestimmtes Arbeiten", "Verteilung der Arbeit" und "Einarbeitung in moderne Technik" lautet die Botschaft allerdings: Kümmert euch gefälligst, und zwar deutlich mehr als bisher".

Am deutlichsten wird dies im Bereich "Unterstützung bei Weiterentwicklung durch Vorgesetzte" artikuliert. Obwohl drei Viertel der Befragten (74 Prozent – bei den 25- bis 44-Jährigen sogar 80 Prozent) es so relevant finden, dass es Platz fünf auf der Wichtigkeitsskala einnimmt, liegt der Zufriedenheitswert insgesamt bei dürren 45 Prozent – der größte Abstand unter allen abgefragten Punkten. Besonders groß ist die Diskrepanz und eine damit verbundene Anspruchshaltung bei Arbeitnehmern in Großunternehmen mit über 2000 Mitarbeitern. Da besteht nach Auskunft der Infas-Experten ein flächendeckender "Handlungsauftrag": Die Angestellten wünschen sich Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und Einarbeitung in moderne Technik ebenso wie bei eigenständiger Gestaltung der Arbeitsinhalte und einer besseren Verteilung der Arbeit.

Bei aller Selbstständigkeit sehnt sich der noch so mündige Arbeitnehmer offenbar auch nach Streicheleinheiten. Gleich nach der "Weiterentwicklung" folgt "Anerkennung" auf Platz sechs der Wichtigkeitsskala: Für fast 70 Prozent aller Beschäftigten ist diese Frage von herausragender Bedeutung, übrigens in allen befragten Altersgruppen gleichermaßen. Hier scheinen die Chefs aber ihre Lektion gelernt zu haben: 54 Prozent der Beschäftigten sind zufrieden mit der Art und Weise, wie ihnen Wertschätzung entgegengebracht wird".

Doch es ist noch Luft nach oben, denn die Zahl heißt auch: 46 Prozent sind noch nicht mit der Wertschätzung und Anerkennung durch ihre Vorgesetzen zufrieden. Oder lassen es die Beschäftigten an Qualität und Engagement vermissen? Auch dann wäre eine motivierende und leitende Rückmeldung wichtig, die auch wertschätzend praktiziert werden kann und Mankos überwinden hilft.

Weitere Ergebnisse, Details und Schaubilder finden sich im PDF der Studie
"Studie zur Arbeitswelt 2019"

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