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03.04.2017 09:52
Korrekte Angabe der Stromquellen erforderlich - Firmen täuschen Verbraucher beim Stromeinkauf
Als Verbraucher will man möglichst sauberen Strom nutzen, um der Umweltzerstörung entgegen zu wirken. Doch das ist nicht so einfach wie es scheint. Denn viele Versorger stellen ihre Stromlieferung sauberer dar, als sie ist. Die Anbieter behaupten in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, der von ihnen gelieferte Strom enthalte einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien als der bundesweite Durchschnitt. Das ist jedoch nicht der Fall. Das belegt eine Untersuchung, die ein Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe, Robin Wood, Greenpeace Energy, EWS Schönau, NATURSTROM und LichtBlick vorgelegt hat.

Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe am 1.4.2017 berichtete, haben Verbraucherschützer bereits Energieversorger wegen "Irreführung der Kunden" abgemahnt. „Verbraucher werden getäuscht, um das angeblich grüne Image der Versorger aufzupolieren“, sagt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick. Für den „Faktencheck Strommix“ wurden 40 von 1.100 Anbietern in Deutschland unter die Lupe genommen. Jeder vierte untersuchte Versorger erweckt den Eindruck, er beschaffe mehr Grünstrom für seine Kunden, als er es tatsächlich tut. „Wir sehen hier nur die Spitze des Eisberges“, so Lücking.

So schreiben zum Beispiel die Stadtwerke Kiel auf ihrer Website zu ihrem Strommix 2015: „Über 47 Prozent unseres Stromes stammte aus regenerativen Quellen“. Zudem „nutzten“ die Stadtwerke angeblich mehr Ökostrom als der Bundesdurchschnitt, der bei 32 Prozent liegt. Tatsächlich kaufen die Kieler nach den Berechnungen in der Untersuchung jedoch nur etwa sechs Prozent grünen Strom für Ihre Kunden ein.

Auch die Stadtwerke Schweinfurt behaupten in einer Pressemitteilung, sie lägen „in Bezug auf den Grünstrom über dem bundesweiten Durchschnitt“. Tatsächlich kauften die Stadtwerke jedoch weniger als 5 Prozent erneuerbare Energie ein. Vergleichbare Darstellungen fanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung auch bei den Stadtwerken Bochum, Düsseldorf, Leipzig, Unna, Dortmund (DEW 21), Fulda (Rhön Energie) und Frankfurt (Mainova) sowie beim Anbieter Energiegut.

Hintergrund ist die gesetzliche Stromkennzeichnung. Sie verpflichtet Versorger dazu, in ihrem Strommix einen Pflichtanteil von bis zu 46 Prozent EEG-Strom auszuweisen. Das Problem: Dieser EEG-Strom wird nicht von den Versorgern eingekauft. Der Strommix der Versorger erscheint also umweltfreundlicher, als er ist. Im Gegenzug wird der Anteil von Kohle- und Atomstrom in den Stromtarifen künstlich kleingerechnet.

„Der Gesetzgeber nimmt bewusst in Kauf, dass die Kennzeichnung von Stromtarifen nicht die Strom-Einkaufspolitik der Anbieter abbildet. Sie können sich auf diese Weise umweltfreundlicher darstellen, als sie sind. Das ist unseriös“, erläutert Dr. Peter Ahmels, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe.

Um dem Missbrauch einen Riegel vorzuschieben, fordert das Bündnis eine Reform der Stromkennzeichnung. Sie müsse künftig wieder zu 100 Prozent den Stromeinkauf der Versorger abbilden. „Auch für Strom muss gelten: Es darf nur das draufstehen, was drin ist“, so Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. Zusätzlich sollen Stromkunden künftig genauer darüber informiert werden, wie sie unabhängig von der Stromlieferung ihres Versorgers durch die Zahlung der EEG-Umlage den Ausbau der erneuerbaren Energie fördern.

"Ausführliche Dokumentation der Untersuchung mit Faktencheck"

09.03.2017 11:38
Unfaire Praxis der Lebensmittel-Markenprodukte?
Die Aufregung bei Konsumenten in osteuropäischen Ländern ist groß. Wie sich durch Studien herausstellte, werden den Konsumenten in unterschiedlichen europäischen Ländern unter den gleichen Markennamen höchst unterschiedliche Inhaltsstoffe angeboten. In der Slowakei fand das Landwirtschaftsministerium bei 22 internationalen Markenprodukten eklatante Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. In der Slowakei verkaufte Wurst enthielt beispielsweise weniger Fleisch, dafür mehr Fett und Flüssigkeit als das westeuropäische Produkt der gleichen Marke. Eine Studie der Universität Prag im Auftrag einer EU-Abgeordneten hatte schon 2015 festgestellt, dass in Tschechien verkaufte Pepsi mit Sirup gesüßt wird statt wie in Deutschland mit echtem Zucker. In tschechischer Sprite steckte auch das billigere Süßungsmittel Aspartam. Tschechische Fischstäbchen von Iglo enthielten sieben Prozent weniger Fisch als deutsche.

„Bekommen Osteuropäer Nutella, Cola und Co. nur als Billig-Variante?“, fragt der Stern in seiner neuesten Ausgabe. „Politiker und Verbraucherschützer schäumen: Angeblich sind Lebensmittel internationaler Hersteller in Osteuropa von minderer Qualität. Auf jeden Fall unterscheiden sich die Rezepturen“. In gleicher Weise berichten auch die Nachrichtenagentur Reuters und der Süddeutsche Zeitung. Es heißt dort: „In Ungarn fanden Prüfer heraus, dass Waffeln in Österreich bedeutend knuspriger sind und Nutella viel cremiger ist als im eigenen Land“. Und „in tschechischen Fischstäbchen von Iglo ist sieben Prozent weniger Fisch drin“. Der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurecka sagte, dass man sich als "Mülleimer Europas" fühle. Deshalb haben die vier Visegrád-Staaten Tschechien, Polen, Ungarn und Slowakei eine EU-Initiative verabredet. Der Druck auf Brüssel soll in der Causa erhöht werden. Ziel ist es, gegen unterschiedliche Rezepturen vorzugehen, solange sie denn einen angeblichen Qualitätsunterschied bedeuten. "Es darf keine EU-Bürger erster und zweiter Klasse geben", erklärte der slowakische Regierungschef Robert Fico.

Die Süddeutsche Zeitung stellt fest: „Für westliche Lebensmittelkonzerne wie den Nutella-Hersteller Ferrero oder den Sprite-Mutterkonzern Coca Cola ist der Vorwurf der Diskriminierung heikel. Dementsprechend zurückhaltend reagieren die Firmen bislang. Coca-Cola erklärte gegenüber einer tschechischen EU-Abgeordneten, die Entscheidung für die Süßung der Getränke obliege dem einheimischen Abfüller der Getränke. Die individuelle Rezeptur basiere auf örtlichen Geschmackstests - und Geschmäcker seien nun mal unterschiedlich. Im Übrigen sei die tschechische Rezeptur mit der in Spanien oder in den USA vergleichbar. Auch Ferrero beruft sich auf unterschiedliche Geschmäcker. In Frankreich sei Nutella beispielsweise flüssiger, damit Franzosen den Aufstrich besser auf dem weicheren Weißbrot verteilen könnten, erklärte die Firma.

Der Wiener Manner-Konzern bestritt hingegen, dass es Qualitätsunterschiede gebe. "Diese Vorwürfe stimmen einfach nicht für Manner", sagte eine Sprecherin der Firma der österreichischen Tageszeitung Die Presse. Es gebe nur ein einziges Rezept der Waffeln, eine Umstellung der Produktion für verschiedene Märkte erfolge nicht. "Aber es gibt natürlich Firmen, die das machen", so die Sprecherin.

Andere Firmen berufen sich auf die geringere Kaufkraft in Osteuropa: Da die Preise in Osteuropa geringer seien, könne die Qualität der Produkte nicht dieselbe sein. Doch dieses Argument trifft nicht überall zu. So ist zwar in Polen hergestelltes Nutella laut dem tschechischen Verbrauchermagazin dTest rund ein Fünftel günstiger als das deutsche. Hingegen ist Fleisch und Fisch laut der Studie der Universität Prag in Osteuropa häufig sogar teurer. Wegen der stärkeren Konkurrenz in Westeuropa seien viele Lebensmittel dort günstiger, sagte der Chef des slowakischen Verbraucherschutzverbands Miloš Lauko dem Deutschlandfunk. "Das Argument, die Qualität werde wegen der niedrigeren Preise reduziert, ist also falsch."

Rechtlich ist die Sache klar: Solange Hersteller die genauen Inhaltsstoffe auf der Verpackung angeben, ist eine unterschiedliche Zusammensetzung europarechtlich nicht zu beanstanden. Für Brüssel zählt allein eine korrekte Information der Verbraucher - neben der Sicherheit der Produkte. So bleibt auch bislang vage, was genau die Osteuropäer mit ihrem Vorstoß erreichen wollen. Laut einer Erklärung des tschechischen Premierministers Bohuslav Sobotka soll es darum gehen, dass innerhalb des EU-Binnenmarkts bei gleicher Verpackung eines Produkts die gleiche Qualität garantiert sein soll. Angesichts der komplizierten Herstellung von Lebensmitteln, die für verschiedene Länder häufig in unterschiedlichen Fabriken mit unterschiedlichen Lieferanten erfolgt, rechnen Experten der Initiative der Osteuropäer aber eher geringe Chancen aus.

Für Europa wiegt auf lange Sicht wohl etwas anderes schwerer: Ein großer Teil des Kontinents fühlt sich jeden Tag an der Supermarkttheke als Bürger zweiter Klasse. Das Image der EU dürfte dieses Gefühl bei vielen Osteuropäern eher nicht heben“.

Spiegel Online schreibt am 8.3.2017: "unabhängige Verbraucherschützer sind vorsichtig. "Das Problem existiert offenbar, allerdings sind die Untersuchungen der Behörden bisher nicht sehr gründlich", sagt die Umwelt- und Verbraucherrechtlerin Anikó Haraszti vom "Verein bewusster Konsumenten" (TVE) in Budapest. In welchem Ausmaß die Formel "gleiche Marke, schlechtere Qualität" stimme, lasse sich erst durch umfassende systematische Untersuchungen klären, die die Behörden vornehmen müssten, so Haraszti. Die Verbraucherschützerin weist jedoch auf ein ganz allgemeines Problem des osteuropäischen Lebensmittelmarktes hin: Das Angebot an billigen und schlechten Lebensmitteln voller Zusatz- und Konservierungsstoffe ist generell weitaus größer als in westlichen Ländern".

Konsumenten dürfen in europäischen Ländern erwarten, dass sie fair behandelt werden. Und nicht erst im kleingedruckten Klebeschild auf den Produkten lesen und dieses auch noch auf Produkten aus anderen Ländern vergleichen müssen. Konsumenten, die zu Markenware greifen, gehen von einer gleichbleibenden Qualität und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe aus. Gerade darum haben die Marken ihre europäische Anerkennung als Marke. Die Markenproduzenten sägen an ihrem wichtigsten Ast: Markenorientierung der Verbraucher durch Markenversprechen.

"Die Süddeutsche Zeitung am 5.3.2017 Zu den Lebensmitteltricks der Markenproduzenten im europäischen Markt"

"Der Sternam 5.3.2017 zur Ungleichbehandlung der europäischen Verbraucher durch Markentricks"

14.02.2017 17:37
Aktiv Fake News und Gerüchte erkennen und entlarven
Es geht und wirkt, auch wenn es nicht einfach ist. Drei spezielle Webportale unterstützen, Falschmeldungen, Gerüchte und Verleumdungen zu erkennen. Und auch zu entlarven oder für die Entlarvung anzugeben.

Mimikama schreibt zu seinen Aktivitäten: „Fake-News, ein Begriff, der nun auch im deutschsprachigen Raum angekommen ist. Die Aufgabe, vor der nun die Nutzer sozialer Netzwerke stehen, liegt in der Differenzierung zwischen seriösen und echten News zu erfundenen Inhalten.

Was man machen kann
Falschmeldungen, die sich als News ausgeben, kann man grundsätzlich mit ein paar Handgriffen schon selbst enttarnen. Man muss zunächst zumindest nach erweckter Skepsis sich die richtigen Fragen stellen und ein paar Griffe anwenden.
Hier geht’s zur Schritt für Schritt-Anleitung
”Mimikama hilft gegen Fake News”

Die Hoaxmap ist aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen und die Dekonstruktion selbiger zu erleichtern. Sämtliche "Auflösungen" sind etablierten Medien entnommen und verlinkt. Sofern kein Datum für den jeweiligen Vorfall aufgeführt ist, wurde das Datum des Artikels übernommen. In den wenigen Fällen, in denen kein konkreter Ort angegeben war, wurde die Hauptstadt des Landkreises bzw. Bundeslandes übernommen. Der Schwerpunkt liegt auf Gerüchte und Verleumdungen über Flüchtlinge und Asylbewerber.

In der Sammlung tauchen auch einige Gerüchte auf, die sich nicht direkt auf Asylsuchende beziehen. Zum einen wurden einige Fälle mit Gerüchten über Menschen mit "südländischem Aussehen" oder "nichtdeutschem Akzent" aufgenommen. Diese Art von Beschreibungen wird aktuell häufig mit Geflüchteten in Verbindung gebracht. Zum anderen sind auch angebliche Straftaten oder Repressionsmaßnahmen gegen TeilnehmerInnen rassistischer Demonstrationen aufgeführt. Diese wurden mit aufgenommen, weil sie ebenfalls das Narrativ der Meinungsunterdrückung und das Weltbild der GerüchteerzählerInnen bestärken.

Vor wenigen Tagen hat das Team der Hoaxmap auf ein Jahr Aktivität zurück geblickt:
”1 Jahr Hoaxmap gegen Fake News”

Und hier geht’s zur Nutzung von Hoaxmap
“Hilft hilft Hoaxmap“


Gegen Hass hilft nach wie vor die Aktion „Hass hilft“, die jede gemeldete Hassmail mit 1 € vergütet. Hier geht zur Aktion
”Aktion Hass hilft”

Jetzt nutzen, weiterlinken.

25.01.2017 14:43
Ökologisches Papier und Holz von FSC in der Glaubwürdigkeitskrise
Holz, das Bären tötet, illegal geschlagen wird, skrupellos durch Beamtenbestechung und Einschüchterung von Öko-Aktivisten ermöglicht wird? Holz, dass auch vielfach der Papierherstellung dient. Schauen Sie mal auf das FSC-Siegel Ihrer Papierverpackung und Ihrer Möbel. FSC Forest Stewardship Council, kurz FSC, ist eine internationale Non-Profit-Organisation für nachhaltige Forst- und Papierwirtschaft.

"Ein Unternehmen zerstört durch illegale Abholzung in Rumänien den Lebensraum der Braunbären – und darf sein Holz hierzulande sogar mit einem Nachhaltigkeits-Siegel verkaufen" schreibt die NGO-Kampagne Campact. "Wenn wir schnell handeln, können wir das ändern. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition:

"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

"Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie den Appell
Wir Verbraucher/innen vertrauen darauf, dass Produkte mit dem Siegel der Organisation Forest Stewardship Council (FSC) nicht aus dem Kahlschlag geschützter Wälder stammen".

Seit Herbst 2016 wird bekannt: "In Rumänien ist einer der größten Holzkonzerne Europas in illegale Abholzung verstrickt.[1] Skrupellose Holzfäller vertreiben dabei geschützte Braunbären aus Europas letzten Urwäldern, bestechen Beamte und schüchtern Umweltaktivisten vor Ort mit Gewalt ein.[2,3] Trotz seiner Geschäfte mit dieser Holzmafia, führt der österreichische Schweighofer-Konzern das renommierte FSC-Siegel – und macht damit auch in Deutschland ein gutes Geschäft.[1]

Der Vorstand des FSC in Bonn will den Fall zwar in zwei Wochen prüfen – und könnte Schweighofer das markante Siegel mit dem weißen Baum auf grünem Grund entziehen. Das Problem aber ist: Der FSC möchte das Unternehmen in seinem Verbund halten.[4] Der Vorstand könnte sich deshalb von fadenscheinigen Rechtfertigungen und Absichtserklärungen des Unternehmens einlullen lassen".

Um das zu verhindern, sollen dem FSC-Vorstand am 7. Februar 100.000 Unterschriften gegen sein Vorgehen überreicht werden. Es sind also nur wenige Tage Zeit, um sie zu sammeln. Campact: "Gemeinsam mit unseren Schwesterorganisationen aus Rumänien und Österreich fordern wir ein konsequentes Vorgehen gegen die Holzmafia. Bislang ist der FSC noch keinen Gegenwind für seine Siegel-Vergabe gewohnt – wir können deshalb starken Eindruck machen und die Organisation zu einer konsequenten Haltung gegen illegale Abholzung bringen. Bitte seien Sie jetzt dabei!
Hier klicken, um den Appell zu unterzeichnen":

"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

Illegale Abholzung ist in Rumänien für den Tod hunderter Bären verantwortlich. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume werden sie in menschliche Siedlungen getrieben – und dort abgeschossen.[2,5] Bislang war das kein Grund für den FSC, der Schweighofer-Gruppe das Siegel abzuerkennen. Der FSC erklärt seine bisherige Nachsicht damit, dass das Unternehmen in Rumänien mit unübersichtlichen und illegalen Strukturen innerhalb der Branche konfrontiert sei.[4]

Was der FSC nicht erwähnt: Schweighofer selbst ist maßgeblich für diese Strukturen verantwortlich. „Seit Schweighofer am rumänischen Markt aufgetaucht ist, verschwinden jedes Jahr mehr und mehr Wälder. Die illegale Abholzung macht selbst vor Nationalparks nicht Halt“, berichtet Raluca Vestemeanu von unserer rumänischen Schwesterorganisation de-clic. Das Unternehmen ist mächtig: Schweighofer verfügt mittlerweile über genug Sägewerke, um die gesamte Holzproduktion des Landes zu kontrollieren.[6] Mit seiner Lobbymacht setzt der Konzern Politik und Behörden unter Druck.[3]

Eine breite Allianz aus zivilgesellschaftlichen Gruppen kämpft in Rumänien seit Langem gegen die Übermacht des Konzerns, tausende Menschen gingen gegen die Abholzung auf die Straßen.[7] Ein erster Erfolg: Eine rumänische Baumarktkette boykottiert das Holz des Unternehmens. Doch die großen Absatzmärkte liegen im Ausland: Österreich, Japan – und natürlich Deutschland. Solange der Konzern das FSC-Siegel führt, hat er keine Probleme, Abnehmer zu finden – und auch die letzten rumänischen Wälder der eigenen Gewinnbilanz zu opfern.

„Für uns ist die Unterstützung der Campact-Aktiven von entscheidender Bedeutung“, sagt Raluca Vestemeanu. „Deutschland ist ein wichtiger Markt für Schweighofer. Und für den FSC steht das Vertrauen der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Spiel. Mit unserem gemeinsamen Bürgerprotest können wir erreichen, was Behörden und Regierung nicht schaffen: einen Sieg über Schweighofers Konzernmacht.“

Seit 2014 gingen in Rumänien übrigens tausende Hinweise auf illegale Holztransporte ein. Zur Verfolgung kam es lediglich in einem Fall.[3] Weil die Behörden versagen, muss deshalb der FSC jetzt endlich konsequente Schritte gegen die Holzmafia unternehmen. Bitte unterzeichnen Sie jetzt diesen Appell:
"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

Was ist, wenn es gar nicht genug und Papier gibt, das man FSC zertifizieren kann?

[1] „Der gestohlene Urwald“, Studie der Environmental Investigation Agency (eia) zur Schweighofer-Gruppe, Oktober 2015
[2] „Die Armee jagt Meister Petz“, taz, 21. Oktober 2014
[3] „Ein Paradies wird abgeholzt“, Handelsblatt, 17. Mai 2015
[4] Stellungnahme des FSC zum Fall Schweighofer, Dezember 2016
[5] „Der Bär ist los“, Deutschlandfunk, 2. November 2016
[6] „Stealing the last Forest“, Volltext der Studie der Environmental Investigation Agency (eia) zur Schweighofer-Gruppe, Oktober 2015
[7] „Proteste gegen Abholzen der Wälder“, Neue Zürcher Zeitung, 9. Mai 2015

"Stellungnahme vom FSC"

03.01.2017 14:09
Fairness bei Klimazielen oft Fehlanzeige
Nicht fair genug sind die Klimaziele, die die Länder für das Paris-Abkommen hinterlegt haben. So urteilt eine Studie der University of Melbourne, die im Fachjournal Nature Climate Change erschienen ist. Nur bei gut einem Dutzend Staaten können die nationalen Klimapläne als vollauf fair bezeichnet werden, zeigt der Vergleich.

Das Klimaretter-Info schreibt: „Das Forscherteam legte fünf Kriterien zugrunde, um Fairness zu definieren. Dazu gehört beispielsweise die historische Verantwortung – betrachtet werden die kumulierten Emissionen. Fair ist demnach, wenn Länder, die in der Vergangenheit viel emittiert haben, in der Zukunft mehr reduzieren. Weitere Fairnesskriterien sind das Ziel gleicher Pro-Kopf-Emissionen für alle Menschen oder auch eine Lastenverteilung, die der Wirtschaftskraft der Länder entspricht.

Die Ergebnisse ihres Vergleichs haben die Forscher in zwei Karten aufbereitet: eine Karte "Grafik für 2- und 1,5-Grad Ziel" bezieht sich auf das Zwei-Grad-Ziel, die andere auf das 1,5-Grad-Limit. In beiden Fällen erfüllt nur ein gutes Dutzend der Länder alle fünf Kriterien – fast ausschließlich afrikanische Entwicklungsländer. Bezogen auf das 1,5-Grad-Ziel ist die klimapolitische Verantwortung besonders unfair verteilt.

Einige Länder erfüllen bei keinem Szenario auch nur ein einziges Kriterium. Dazu gehören China, Russland, Saudi-Arabien und die Türkei, aber auch Argentinien und Chile. Indien und die USA kommen beim Zwei-Grad-Szenario immerhin auf zwei Übereinstimmungen. Deutschland erreicht in beiden Szenarien nur eine Übereinstimmung“. Wird das in Paris beschlossene 1,5-Grad-Limit zum Maßstab genommen (wählen Sie den entsprechenden Reiter“, bleibt sehr viel weiß auf der Karte.

Für faire Klimapolitik ist noch extrem Luft nach oben.

"Zur Klimaretter-Info"

27.12.2016 08:07
2017
Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr, stärkende und ermutigende Erfahrungen sowie allzeit ein Lächeln im Herzen. *****


Ihre Fairness-Stiftung ******
Dr. Norbert Copray und
Jutta Schmidt M.A. (Leitung)

12.12.2016 11:32
Dunkle Schokolade: bisweilen gesund und oft unfair
Dunkle Schokolade erlebt einen Boom. Weil es heißt, sie sei gesund, weil sie den Bluthochdruck minimal senke. Wegen der im Kakao enthaltenen Polyphenole. Gilt aber nur für einen Kakaoanteil von 80 % oder höher. Das ist nicht nur laut einer Pilot-Studie der Pharmakologen der Universität Köln offensichtlich so, sondern wurde von kanadischen und amerikanischen Forschern bestätigt. Und kann sogar gegen Husten helfen, was britische Wissenschaftler herausgefunden haben. Flavanole können Gefäßerkrankungen und damit Herzinfarkten vorbeugen. Bitterschokolade enthält auch weniger Zucker, ist kalorienärmer und macht schneller satt. Allerdings: was körperlich gesund ist und auch vielen Spaß macht, ist für viele Menschen weder lustig noch gesund. Denn in sehr vielen Schokoladenprodukten stecken Kinderarbeit und mörderische Arbeits- und Handelsbeziehungen. Je dunkler, desto gesünder: je höher der Kakaoanteil; für die Kinder- und Plantagenarbeiter gilt das nun gerade nicht. Und manche Bitterschokolade enthält mitunter zweifelhafte und riskante Stoffe, stellte Stiftung Warentest 2007 fest. Also Augen auf beim Schokoladenkauf. Fairer kaufen und produzieren ist besser als gedankenlos genießen und gleichgültig produzieren. Auch für die eigene Gesundheit.

Nicht nur zur Weihnachtszeit. „Die Deutschen sind auf die braune Süßigkeit besonders versessen“ schreibt Andreas Frey von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Und weiter: „Im Schnitt vertilgt jeder Bundesbürger mehr als neun Kilogramm Schokolade im Jahr. Übertroffen werden sie darin nur noch von den Schweizern mit mehr als zwölf Kilogramm“. Weil Schokolade bzw. Kakao ein Armutsprodukt aus der Sicht der Arbeiter ist, ist es gut, wenn jede vierte Tafel im Supermarktregal bereits ein entsprechendes Gütesiegel trägt, wie Frey schreibt. „In fünf Jahren sollen in Deutschland die Hälfte des Kakaos aus nachhaltigem Anbau kommen, verspricht die Industrie. Gemeint sind Zertifizierungen wie Utz, Fairtrade oder Rainforest Alliance. Diese Organisationen haben sich das Ziel gesetzt, die Bedingungen für die Kakaobauern zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Doch steckt auch fairer Handel drin, wo fairer Handel draufsteht? (…) „was genau fällt unter Kinderarbeit? Die Internationale Arbeitsorganisation in Genf definiert sie als regelmäßige Erwerbsarbeit von Jungen und Mädchen unter 16 Jahren. Zudem spricht man von Kinderarbeit, wenn Minderjährige gefährlichen oder schweren Tätigkeiten ausgesetzt sind. Im Kakaoanbau sollen sie also nicht mit Macheten hantieren, keine Pestizide versprühen und auch keine schweren Lasten tragen. Leichte Arbeiten unter Aufsicht Erwachsener fallen hingegen nicht darunter, vorausgesetzt, dem Kind bleibt genug Zeit, eine Schule zu besuchen. So jedenfalls die Theorie.

Wie die Wirklichkeit aussieht, hat der dänische Journalist Miki Mistrati in den vergangenen Jahren mehrfach dokumentiert. Im Jahr 2010 spürte er im Norden des Landes verschleppte Kindersklaven aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso auf. Mit versteckter Kamera filmte er Schleuser, welche die Kleinen für ein paar Dollar über die Grenze bringen. Sein kanadischer Kollege Guy-André Kieffer musste solche Recherchen offenbar mit dem Leben bezahlen: 2004 wurde er entführt und ist seither verschollen.

Die Industrie reagierte mit Imagekampagnen und kooperiert seither mit Organisationen wie Utz und Fairtrade. Doch die Gesamtsituation hat sich dadurch nicht verbessert, wie eine Studie der Tulane University in New Orleans im vergangenen Jahr belegte. So habe sich die Zahl der auf Kakaoplantagen tätigen Kinder in der Elfenbeinküste in nur fünf Jahren sogar um 51 Prozent erhöht. Insgesamt schuften demnach schätzungsweise 1,3 Millionen Kinder auf ivorischen Farmen“. Die Zertifizierungsorganisationen kämpfen dagegen an. Das ist sehr aufwändig. Frey: „Aber reicht das, um von fairem Handel zu sprechen? Kann man eine Schokolade, auf der Logos wie das von Utz prangen, ohne Gewissensbisse genießen?

Daran gibt es durchaus Zweifel. Weil zertifizierter und nicht zertifizierter Kakao in der Fabrik vermischt werden, stecken in fertigen Riegeln nur ein paar Prozent faire Schokolade. „Solche Kakao-Zertifikate sind eine Mogelpackung und pure Augenwischerei“, findet Jens Klein, der sich bei der Berliner Handelsgenossenschaft Ethiquable für richtig fairen Handel einsetzt. Das Problem sei, dass der Begriff „fair“ im Gegensatz zu „bio“ keineswegs geschützt sei. „Auch jede Schokolade, deren Kakao von Kindersklaven geerntet wird, kann als ,faire Schokolade‘ deklariert werden“, sagt er.

Die Stiftung Warentest kam ((2007)) ebenfalls zu einem eher ernüchternden Ergebnis, was die Labels Rainforest Alliance und Utz betraf. Beide hätten nur eine mittlere Aussagekraft und weniger anspruchsvolle Kriterien. Gewinner des Tests waren Naturland Fair und Fairtrade. Ansonsten gilt, was die University of London schon vor zwei Jahren für Uganda und Äthiopien beschied: Der sogenannte faire Handel bewirkt weniger als oft behauptet. Und Schokolade macht bislang meistens nur glücklich, wenn man sie isst. Nicht wenn man sie anbaut“. Inzwischen hat sich einiges getan, doch es reicht nicht und braucht die Aufmerksamkeit und Konsequenz der Konsumenten.

Fazit: Beim Schokoladenkauf eher auf die Siegel Naturland Fair und Fairtrade achten. Dann stärkt man die Anstrengungen gegen Kinderarbeit und Ausbeutung. Und kann seine Schokolade eher genießen, weil die Kehrseite für andere nicht so bitter ist.

"Hintergrundreportage von Andreas Frey über die dunkle Seite der Schokolade"

"Über Kinderarbeit und Nachhaltigkeit in der Kakaoproduktion mit Hinweisen für Verbraucher"

"Stiftung Warentest: Manche Bitterschokolade hat auch für Verbraucher einen bitteren Beigeschmack"

10.11.2016 11:56
Was Trump versprach, wird Unfairness fördern
"Donald Trump versprach im Wahlkampf gewaltige Investitionen, Millionen neuer Jobs, eine knallharte Einwanderungspolitik", schreibt Spiegel Online. Und geht davon aus: "An diesen Aussagen werden ihn seine Wähler messen:

Gesundheitspolitik

Donald Trump will die Gesundheitsreform Barack Obamas schnellstmöglich kippen. Er setzt auf privaten Schutz, um den Wettbewerb unter den Anbietern zu fördern. Er sagte dazu am 29. Februar 2016 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bentonsville, Arkansas:

"Wir werden das Grauen, das als Obamas Gesundheitsreform bekannt ist, widerrufen und ersetzen. Es ist ein Grauen."

Jobs | Steuern | Außenhandel

Donald Trump hat getreu seinem Motto "Make America Great Again" versprochen, massiv Arbeitsplätze zu schaffen und das Wirtschaftswachstum in den USA deutlich zu steigern. Neue Jobs sollen etwa durch Investitionen in die Infrastruktur entstehen. Trump verkündete am Tag seiner Wahl, am 9. November 2016, in New York:

"Wir haben einen großartigen Wirtschaftsplan. Wir werden unser Wachstum verdoppeln und die stärkste Wirtschaft auf der ganzen Welt haben."

und weiter:

"Wir werden bei diesem Wiederaufbau Arbeitsplätze für Millionen von Menschen schaffen."

Im dritten Quartal 2016 wuchs das Bruttoinlandsprodukt der USA auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote in den USA liegt im langfristigen Vergleich niedrig, im September 2016 lag sie bei 5,0 Prozent; im Mai lag sie mit 4,7 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 2007.

Trump trat im Wahlkampf für drastische Steuersenkungen ein - für die Bürger aller Einkommensklassen und Unternehmen. Er sprach von der größten "Steuerrevolution" seit der Reform von Präsident Ronald Reagan in den 80er Jahren.

Die Einkommensteuer soll bei 33 Prozent für Großverdiener gedeckelt werden, Niedrigverdiener sollen über die Nutzung von Freibeträgen zum Teil keine Einkommensteuer zahlen.

"Mehr als 19 Billionen US-Dollar Schulden sind eine vernichtende Bürde für junge Amerikaner. Mit unseren Steuerplänen werden die Steuern für alle gesenkt."

Die Unternehmenssteuern will er von 35 auf 15 Prozent senken, um die Konzerne im internationalen Wettbewerb in eine bessere Position zu bringen. Zudem will Trump verhindern, dass Betriebe aus den USA ihre Produkte künftig im Ausland herstellen lassen. Per Presseerklärung verkündete er am 24. Mai 2016 zu diesem Thema:

"Wenn sie dass tun, wird ihnen verständlich gemacht, dass das Konsequenzen haben wird."

Er versprach auch:

"Amerikanische Autos werden über die Straßen fahren, amerikanische Flugzeuge werden die Städte verbinden, amerikanische Schiffe werden über die Meere patrouillieren, amerikanischer Stahl wird überall im Land neue Wolkenkratzer aufragen lassen."

Donald Trump stellte im Wahlkampf auch internationale Handelsabkommen in Frage:

"Ich werde (das transpazifische Handelsabkommen) TPP nicht unterzeichnen, und ich werde unseren NAFTA-Partnern sagen, dass wir umgehend über die Bedingungen des Abkommens verhandeln müssen, um bessere Konditionen für unsere Arbeiter auszuhandeln."

Einwanderung | Abschiebung | Mauerbau

Trump hat vor der Wahl immer wieder angekündigt, eine rund 3000 Kilometer lange, unüberwindbare Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko errichten zu wollen. So sagte er etwa auf einer Pressekonferenz in New York am 16. Juni 2015:

"Ich werde eine großartige Mauer bauen, und niemand baut bessere Mauern als ich, glauben Sie mir. Und ich werde sie sehr kostengünstig bauen. Ich werde eine großartige, großartige Mauer an unserer südlichen Grenze bauen, und ich werde Mexiko dazu bringen, den Mauerbau zu bezahlen."

Trump hat in der Vergangenheit auch immer wieder für die Abschiebung illegaler Arbeitskräfte plädiert. In einer Fernsehdebatte der Republikaner sagte er am 25. Februar 2016:

"Wir haben mindestens 11 Millionen Menschen im Land, die illegal eingereist sind. Sie werden gehen müssen. Sie werden zurückkommen. Einige - die besten - werden ein Verfahren durchlaufen und zurückkommen. Es mag kein ziemlich schnelles Verfahren sein, aber ich denke, das ist sehr fair und gut so."

Flüchtlinge, die im Zuge der Syrienkrise in die USA einreisten, sind in den USA des Donald Trump nicht erwünscht, sagte er ABC-News am 22. November 2015:

"Ich setze alle Menschen, die im Rahmen dieser Massenintegration aus Syrien hierherkommen, darüber in Kenntnis: Wenn ich [die Wahlen] gewinne, gehen sie zurück."

Kampf gegen Terror und IS | Ausgrenzung

Donald Trump hat vor der Wahl immer wieder über einen Plan zur Bekämpfung des IS gesprochen, Details nennt er jedoch nicht. In einem Wahlwerbespot vom 18.November 2015 sagt er:

"Ich werde den IS schnell und entschieden in die Hölle bomben."

Auch zur Frage, wie mit Terrorverdächtigen umzugehen sei, und wie er zu Folter steht, hat sich Trump in der Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten am 6. Februar 2016 explizit geäußert. Er sagte:

"Im Mittleren Osten gibt es Menschen, die Christen die Köpfe abhacken. Es gibt Dinge, die wir niemals zuvor gesehen haben. Seit dem Mittelalter hat man nicht mehr gesehen, was nun passiert. Ich werde Waterboarding wieder einführen. Und ich werde verdammt viel schlimmere Dinge als Waterboarding einführen."

Grundsätzlich sprach sich Trump vor der Wahl dafür aus, dass sich die USA in internationale Konflikte weniger einmischen sollten. Ausnahme: der Kampf gegen den IS und eine Ausweitung des Militäreinsatzes in Syrien und im Irak.

Generell setzte Trump vor der Wahl diverse Male Muslime mit Terrorverdächtigen gleich. So ließ er etwa in einer Presseerklärung vom 7. Dezember 2015 verkünden:

"Donald J. Trump ruft zu einem totalen und vollständigen Einreiseverbot für Muslime in die Vereinigten Staaten von Amerika auf - bis unsere Abgeordneten herausgefunden haben, was vor sich geht. [...] Bis wir in der Lage sind, das Problem und die gefährliche Bedrohung, die es darstellt, genau auszumachen und zu verstehen, darf unser Land nicht Opfer fürchterlicher Angriffe von Menschen werden, die nur an den Dschihad glauben."

Klimaschutz | Energiepolitik

Wie steht der nächste US-Präsident zum Thema Klimaschutz? Trump hat vor der Wahl angekündigt, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen. Er sei "kein großer Fan" der Vereinbarung.

"Ich werde sehr, sehr genau darauf schauen und mindestens werde ich diese Abmachungen neu verhandeln, mindestens... Diese Vereinbarungen sind einseitig und schlecht für die USA."

Immer wieder hat Trump den Klimawandel in Frage gestellt. So schrieb er auf Twitter am 6. November 2012:

"Der Begriff Klimawandel wurde von den und für die Chinesen erfunden, damit die US-amerikanische Produktion nicht mehr wettbewerbsfähig ist."

und am 29. April 2014:

"Es schneit in Texas und Louisiana, rekordbrechende Kälte im ganzen Land und darüber hinaus. Der Klimawandel ist ein teurer Schwindel!"

In Sachen Energiepolitik setzt Trump auf Kernenergie und Fossile Energien. In seinem Buch "Great Again", 2015, heißt es etwa:

"Erneuerbare Energien [...] sind wirklich nicht mehr als ein teurer Weg, damit sich Baumumarmer gut in ihrer Haut fühlen."

In einem Interview erklärte er am 15. März 2011 auf Fox-News:

"Ich bin sehr für Atomenergie, sehr stark für Atomenergie. [...] Wir brauchen Atomenergie und wir brauchen viel davon ganz schnell."

Zur Zukunft der Kohleindustrie sagt er in einer Wahlkampfrede in Valdosta, Georgia, am 29. Februar 2016: "Wir werden die Kohlewirtschaft wieder zu 100 % zurückbringen.""

Kranken und Behinderten wird es nicht besser, sondern schlechter gehen. Umwelt und Klima werden noch mehr leiden. Die Zukunftsprobleme werden sich vergrößern. Schuldenberge werden sich auftürmen. Die Ungleichheit in der Gesellschaft wird drastisch zunehmen. Die Spannungen in der Welt werden steigen. Der Rechtspopulismus wird nicht abnehmen, sondern sich aufblähen. Und Sexismus, Rassismus, unfaire Schicken und Lügen werden weiter salonfähig. Das lässt für Wahlkämpfe in Europa und für die Bundestagswahl in Deutschland nächstes Jahr Schlimmes befürchten. Die Verrohung bekommt einen Namen: Die Trump-Ära. Möge es nicht so kommen.

Um so wichtiger ist es, dass jede und jeder in seiner Reichweite und nach eigener Möglichkeit gegen Unfairness, Rassismus und Sexismus spricht und handelt. Für Verständigung, Fairness, Gerechtigkeit, Achtung von Menschen, Tieren und Pflanzen eintritt. Jetzt erst recht.

"Spiegel Online: Was Trump will"

11.10.2016 11:14
Aktion gegen Hass und für Fairness
Hass, Hassmails und Hassreden sind das glatte Gegenteil von Fairness. Nur den Hass zu hassen und nicht den oder die Hasser, ist gerade noch fair. Mit 1 € pro Hass-Kommentar in den Social Media trägt die Aktion "Hass hilft" mit ihrer Website www.hasshilft.de dazu bei, dass mit jeder Hassäußerung eine Spende ausgelöst wird.


Was ist ein Hass-Kommentar? Unter „Hass-Kommentar“ versteht die Aktion Äußerungen in sozialen Netzwerken, in denen Menschen erniedrigt, verunglimpft oder in ihrer Menschenwürde herabgesetzt werden bzw. Äußerungen, in denen zu Gewalt aufgerufen oder Menschen Gewalt angedroht wird. Und zwar aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe, ihrer politischen Einstellung, ihrer sozialen Zugehörigkeit oder auch aufgrund rein äußerlicher Merkmale. Dabei richtet sich die Äußerung verallgemeinernd (rassistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich, homophob, abwertend gegenüber Behinderten oder Obdachlosen oder sexistisch) gegen die gewählte Gruppe als Ganzes. Hass-Kommentare gilt es im Einzelfall auch auf strafrechtliche Relevanz zu überprüfen.

"Hass hilft" ist so eine unfreiwillige Spenden-Aktion, die von der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH betrieben wird, bei welcher für jeden in sozialen Netzwerken getätigten Hassaufruf mit Hilfe von Sponsoren ein Euro jeweils zur Hälfte an die Aktion Deutschland Hilft und Exit Deutschland gespendet wird, was eine komplette Umkehr der ursprünglichen Intention des Kommentars zur Folge hat. Ein Zwickmühle für Hassende in Social Media..

Auf diese Weise wird die jeweilige Hass-Mitteilung konterkariert und führt dazu, antirassistische, für Fairness, Verständigung und Demokratie engagierte Initiativen zu stärken. Bislang sind rund 17.000 Euro zusammen gekommen. Einfach auf die Site www.hasshilft.de gehen und Hasskommentare eintragen.

"Die Hass hilft-Website"

"Wikipedia über die Aktion Hass hilft"

"Gesellschaft demokratische Kultur über Hass hilft"

"Facebook-Auftritt von Hass hilft"



27.09.2016 15:33
Cyber-Grooming: Wie Missbrauch online beginnt
Cyber-Grooming betrifft nicht nur Kinder. Doch sie sind dieser Internet-Masche und Online–Falle besonders aufgeliefert. Daher bringt die ARD über Cyber-Grooming am Mittwoch (28.9.) einen Themenabend mit Spielfilm – währenddessen läuft ein Live-Chat - und anschließend eine Diskussion. Cyber-Grooming heißt die onlinebasierte Anbahnung des sexuellen Missbrauchs oder finanzieller Ausbeutung. Erwachsene tarnen sich mit falschen Identitäten und erschleichen sich das Vertrauen ihrer Opfer. Das Tatmotiv: Geld oder Sex. So werden Kinder, die in vermeintlich harmlosen Chatrooms Kontakte suchen, Opfer sexuellen Missbrauchs. Kriminalisten nennen es Cyber-Grooming. Oder es trifft Singles, die in sozialen Netzwerken oder Dating-Portalen nach Partnern suchen. Sie werden von Betrügern ausgenommen, die ihnen Liebe oder Sex versprechen, aber am Ende nur auf Geld aus sind.

Der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger sagt sarkastisch, „das Netz ist ein Geschenk Gottes an die Straftäter". Besonders das Cyber-Grooming mit Kindern habe sich in jüngster Zeit extrem ausgebreitet. „Praktisch jedes Kind hatte im Internet bereits mit einem Täter Kontakt, oft auch ohne es zu wissen", glaubt der Kriminologe, der seit Jahren vor Straftäter fühlen sich in der Anonymität sicher. Tatsächlich werden die meisten Delikte nicht zur Anzeige gebracht, berichtet Thomas-Gabriel Rüdiger. den Gefahren für Kinder im Internet warnt. Die Er ist am Themenabend in der TV-Diskussion dabei.

Mehr und ausführlichere Information mit Beratungsangeboten finden Sie unter
"Was ist Cyber-Grooming und was kann man tun?

"Was sind Cyber-Mobbing und Sexting?"

"Wie Eltern Kinder vor Cyber-Grooming schützen können"




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