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01.02.2016 12:33
Trauer um Fairness-Vorbild Graf von Faber-Castell  

Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell ist am 21.1.2016 in Houston (USA) nach längerem Krebsleiden gestorben. Der 1941 in Bamberg geborene Vorstandsvorsitzende des internationalen Unternehmens Faber-Castell und Träger des Deutschen Fairness Preises 2007 war eine überzeugende Unternehmerpersönlichkeit in achter Generation des Familienunternehmens von 1761. Mit einer Produktion von ca. zwei Milliarden holzgefassten Stiften pro Jahr ist Faber-Castell der weltgrößte Hersteller von Bunt- und Bleistiften. Das Unternehmen beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter in 14 Fertigungsstätten und 23 Vertriebsgesellschaften und hat in über 120 Ländern Handelsvertretungen. Dazu gehört die Faber-Castell-Gesellschaft im brasilianischen São Carlos, die mit einer Produktion von 1,5 Milliarden Stiften pro Jahr die größte Farbstiftfabrik der Welt ist. Anfang der 1990er Jahre entwickelte Faber-Castell die umweltfreundliche Wasserlacktechnologie für Blei- und Farbstifte. 1992 wurde die weltweit erste Produktionsanlage für umweltfreundliche Blei- und Farbstifte in Betrieb genommen. Seit 2000 verpflichtet sich das Unternehmen freiwillig mit einer eigenen Charta, in allen Niederlassungen weltweit die empfohlenen Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen der ILO einzuhalten.

Wie Geschäftserfolg, Nachhaltigkeit und Fairness zusammen gehören

Auf der Firmenwebsite schrieb Graf von Faber-Castell: „Ich halte nichts von kurzfristigem Profitstreben. Die Fähigkeit, nachhaltig ertragreich zu sein, ist für ein Unternehmen, das langfristig erfolgreich sein will, lebensnotwendig. Für mich ist es selbstverständlich, als Unternehmer im doppelten Wortsinn mit Anstand „anständig“ Geld zu verdienen. Der Anstand, der auf Werten wie sozialer und ökologischer Verantwortung, Vertrauen, Ehrlichkeit und fairem Umgang miteinander basiert, ist durchaus mit einem gesunden Streben nach Ertragskraft vereinbar, denn nur ertragreiche Unternehmen können sich soziale und ökologische Leistungen auch erlauben. Unsere gesunde wirtschaftliche Lage und die Anerkennung durch unsere Geschäftspartner sagen mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Umweltaspekte treten auch mit einem einzigartigen Forstprojekt für Holzstift-Brettchen in Brasilien sowie einer Produktionsstätte für Brettchen und Stifte aus ökologisch zertifizierten Holzressourcen in Costa Rica zunehmend in den Vordergrund unternehmerischen Denkens.

Warum Graf von Faber-Castell den Deutschen Fairness Preis bekam

Zu Verleihung des Deutschen Fairness Preises an Graf von Faber-Castell erklärt die Fairness-Stiftung in der Preisurkunde: „Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell unternimmt enorme Anstrengungen, um in einem partizipativen Prozess Mitarbeiter in aller Welt mit Kompetenz, mit Marken- und Kundenbewusstsein sowie mit kommunikativen Fähigkeiten auszustatten. Wer wie die Faber-Castell AG weltweit eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und der Marke, starke Kundenorientierung und permanente Innovationsfreude bei den Mitarbeitern auslösen und erhalten will, kommt gar nicht darum herum, für eine faire Unternehmens- und Personalführung zu sorgen. Graf von Faber-Castell steht persönlich selbst ein für eine solche Orientierung und Vorgehensweise. Dabei bindet er sich nach wie vor in alle wesentlichen Prozesse selbst ein, interessiert sich für Details und die großen Linien und ist selbst durch nahezu ständiges weltweites Reisen die verkörperte Verbindlichkeit in seinem Unternehmen zwischen allen Stakeholdern. Wer sich so menschenzugewandt und zukunftsorientiert über eine lange Zeit einsetzt, das vorbildliche Sozialengagement seiner Vorfahren in moderne faire und nachhaltige Wertsetzungen für sein Unternehmen übersetzt und lebt, den geschäftlichen Erfolg und die eigene Marke an eine faire, soziale und ökologische Prägung des Unternehmens knüpft, der hat den Deutschen Fairness Preis verdient. Daher ist Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell der würdige Träger des Deutschen Fairness Preises.“

Die Fairness-Stiftung trauert um eine große Unternehmer- und Führungspersönlichkeit, für die Fairness von zentraler und umfassender Bedeutung in der alltäglichen und langfristigen Praxis war. Und verneigt sich in Respekt vor seinem Lebenswerk.

Eine Gedenk- und Traueranzeige der Fairness-Stiftung erschien in Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine und Frankfurter Neue Presse.

"Reportage zur Verleihung des Deutschen Fairness Preises an Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell"

"Faber-Castell"

"Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell zur Nachhaltigkeit und Fairness"

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