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Deutscher Fairness Preis 2009
German Fairness Award 2009

an

Sören Stamer

Gründer, Gesellschafter und CEO (1996-2009) der CoreMedia AG

Mit dem Deutschen Fairness Preis 2009 würdigen das Kuratorium und Direktorium der Fairness-Stiftung die Sören Stamer, den Gründer, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzenden von 1996-2009 der CoreMedia AG für seine Verdienste um eine faire Unternehmens- und Personalführung der CoreMedia AG. Vor über 340 Gästen wurde Herrn Sören Stamer der Preis in Frankfurt am Main am 31.10.2009 in feierlichem Rahmen überreicht.

Vor über 340 Gästen wurde Herrn Sören Stamer der Preis in Frankfurt am Main in feierlichem Rahmen überreicht.


Dr. Norbert Copray, geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung Den musikalischen Rahmen des Festaktes gestaltete das Flötentrio des Ensembles „Flotenspektakel“ Dr. Norbert Copray, geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung, begrüßte den Preisträger und die Gäste. Er führte unter anderem aus: „Es ist erschreckend, über wie viele Unternehmen und Organisationen nahezu täglich die Medien berichten, in denen und durch die Fairness mit Füßen getreten und humane Kooperation erschwert oder blockiert wird. Eigentlich liegt es auf der Hand: Wer selbständige, verantwortlich und kooperativ handelnde Mitarbeiter braucht, um situationsbezogen, kundenorientiert und kreativ agieren will, kann auf eine faire Unternehmens- und Führungskultur nicht verzichten. Gleichwohl stellt sich dann immer noch die Frage: Wie geht das? Wie gestaltet man eine Unternehmens- unfd Führungskultur, die fair und transparent ist? Welche Grundentscheidungen sind dafür wichtig, welche Schritte, welche Werkzeuge?“ Das es möglich und realisierbar ist, beweise die heutige Vergabe des Deutschen FairnessPreises.


Frau Rain Irene Thiele-Mühlhan, Mitglied des Kuratoriums der Fairness-Stiftung Frau Rain Irene Thiele-Mühlhan, Mitglied des Kuratoriums der Fairness-Stiftung, erläuterte den Kontext und die Bedeutung des Deutschen Fairness Preises. Sie stellte besonders die Verbindung zwischen dem Deutschen Fairness Preis und der Fairness-Charta der Fairness-Stiftung her und wies darauf hin, dass der Preis vor allem die Verantwortung aktiver Persönlichkeiten in herausgehobenen Positionen für eine faire Führungskultur dokumentiere.
   
Vorsitzender des Kuratoriums: Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck Der Vorsitzende des Kuratoriums, Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, verlas die Preisurkunde mit der Begründung der Preisverleihung. Darin heißt es unter anderem: „Bei CoreMedia arbeiten heute über 150 Mitarbeiter für über 200 Großkunden auf allen fünf Kontinenten, darunter ARD, ARTE, Barmer, DAK, Daimler, debitel, Deutsche Telekom, NEC, Nokia, Motorola, Sky, Samsung, SEAT, Sony Ericsson, SWR, Vodafone, ZDF sowie die Deutsche Bundesregierung mit über 80 öffentliche Verwaltungen und Behörden.


Dieser Erfolg ist eng verbunden mit einer fairen, kooperativen und transparenten Unternehmens- und Führungskultur. Die Mitarbeiter werden im Rahmen einer flachen Hierarchie aktiv in Entscheidungs- und Strategieprozesse eingebunden. Es gibt eine permanente aktive Anstrengung, Fragen und Probleme im gemeinsamen Gespräch zu lösen und nicht durch Anweisung.

Preismedaille des Deutschen Fairness Preises 2009

Dabei spielt das Produkt bzw. die Dienstleistung von CoreMedia eine herausragende Rolle: Software und Dienste rund um Web 2.0 und Enterprise 2.0 – Instrumente und Portale für virtuelle Kommunikation. Konsequent wird innerhalb des Unternehmens und mit den Kunden offen und transparent miteinander kommuniziert, so dass in nahezu jedem Fall die Mitwirkung an fairen Vorgängen und Ergebnissen besteht.
Dabei zeigte sich, dass alles, was Transparenz schafft oder sie verbessert, von besonderem Wert ist, sofern sie nicht die persönliche Sphäre, Urheberrechte und den Respekt verletzt.  Sören Stamer hat dies erkannt und widmet sich verstärkt der Fairness im Internet und im Web 2.0.

Sören Stamer stellte sich direkten und persönlichen Anfragen, setzte sich aktiv und stets entwicklungsbereit damit auseinander, fairnesskompetenter zu führen und das Unternehmen weiter zu entwickeln. Er ermöglichte dadurch eine dezidierte Vertrauenskultur und beschritt neue Wege der Unternehmensführung unter Einbeziehung moderner Kommunikationssysteme. Er förderte damit die Selbstorganisation seiner Mitarbeiter und ihre Entwicklung als autonome Persönlichkeiten durch die systematische Nutzung von Web 2.0- und Enterprise 2.0-Konzepten.“

Sören Stamer nahm die von Kuratoriumsmitglied Dr. Johannes Hans A. Nikel geschaffene Preismedaille des Deutschen Fairness Preises 2009 aus den Händen des Kuratoriumsvorsitzenden der Fairness-Stiftung Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck entgegen.

Sören Stamer nahm die von Kuratoriumsmitglied Dr. Johannes Hans A. Nikel geschaffene Preismedaille des Deutschen Fairness Preises 2009 entgegen.
v.l.nr.: RA Dr. Wolf-Henrik Friedrich (Kuratoriumsmitglied), Prof. Dr. Joachim W. Schmidt (Laudator), Preisträger Sören Stamer, Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck (Kuratoriumsvorsitzender), RAin Irene Thiele-Mühlhan (stv. Kuratoirumsvorsitzende), Dr.med. Mark Schmid-Neuhaus (Kuratoriumsmitglied), Dr. Norbert Copray, geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung


Prof. Dr. Joachim W. Schmidt In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Joachim W. Schmidt die besonderen Verdienste von Sören Stamer. Er sagte unter anderem: „Für Dich, lieber Sören, ist ein Unternehmen zum einen eine weitgehend logisch, fast formal definierte Entität. In dieser Sicht besteht Dein Unternehmensmodell, wie es sich für den besten BWLer seines Jahrgangs schließlich gehört, aus komplexen, aber gut verstandenen Regelsystemen, Dependenzgraphen, Prozessmodellen, Zahlenkolonnen, etc. : Geschäftsmodell, Pflichtenheft, Quartalszahlen, Aktienrecht, Geschäftsordnung, Vorstandsvertrag usw.

Du nimmst ein Unternehmen wahr als aliena res, als ein nüchternes Ding, ganz im Sinne von Ernst Cassirers „Dingwahrnehmung“ mit dem Ziel, per formaler Abstraktion und Theoriebildung zu mathematisch-logischen Formen zu kommen, mit denen man rechnen und die man letztlich optimieren kann. Im Bereich der Naturwissenschaften hat sich diese Art der Modellierung überaus bewährt – und als guter Betriebswirtschaftler beherrschst Du diese Art der Modellbildung nach den gängigen ökonomischen Verfahren natürlich bestens.

Zum anderen, und damit kommen wir zum Kern meiner heutigen kurzen Betrachtungen, nimmst Du, und auch darin folgst Du Ernst Cassirer, ein Unternehmen auch und vor allem wahr, versteht und gestaltet es als eine kulturelle Entität. Du siehst im Unternehmen zuerst und vor allem das alter ego, die Gesamtheit der Einzelnen, im Sinne einer gemeinsamen Zielsetzung handelnder Mitmenschen. Und für das tägliche Handeln dieser Einzelnen - Dich eingeschlossen -, für den Unternehmensalltag, werden nun mit einmal die kleinen Münzen ganz wichtig, und Du, als der Verantwortliche, stehst damit vor der folgenden entscheidenden Aufgabe:

Wenn faires Handeln durch die Nutzung von Gestaltungsspielräumen jenseits strikter Regelwerke entsteht, von Spielräumen, die es dem Einzelnen – Dir und Deinen Mitarbeitern - erlauben, sich als alter ego einzubringen in das Bemühen um eine gemeinsame Zielerreichung, dann ist es ganz entscheidend, solche Gestaltungsspielräume erst einmal in genügender Zahl zu schaffen, sie geeignet auszugestalten und ihre Nutzung zu fördern.

Im Sport - und daher kommt ja schließlich der englische Begriff der „fairness“ – hat der einzelne Spieler derartige Spielräume; er kann sie nutzen, wie etwa jener Tischtennisspieler, welcher ein Match entscheidend dadurch gestaltet, dass er jenseits des Regelsystems eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters zu seinem Nachteil korrigiert, dann zwar Spiel und Titel verliert, aber seinem Sport zu gesteigertem Ansehen verhilft (und dafür 2007 den Fair-Play-Preis des Bundesinnenministers erhält und in China zum attraktivsten Sportler der Welt gewählt wird).

Und über diese Gestaltungsspielräume verfügen Mitarbeiter in klassischen, hierarchisch strukturierten Unternehmen eben nicht in hinreichendem Maße. Ein hierarchisches „System von Kontrolle und Macht“, wie David Weinberger es nennt, repräsentiert viel mehr einen Konkurrenzkontext im Sinne eines concurrere, eines Parallellaufens zwar emsiger, wohldefinierter, gut kontrollierbarer und optimierbarer Prozesse – es reduziert aber doch das alter ego auf starre Rollen, enge Ziele, feste Schemata.

Als CEO arbeitete Sören also in den letzten Jahren mit zunehmender Intensität daran, die Struktur seines Unternehmens so auszugestalten, dass dessen Kommunikationskanäle und Entscheidungswege, sein Informationsfluss und seine feedback-Schleifen, seine Verfahren zur Zieldefinition und -revision etc. den Einzelnen in Gestaltungs- und Verantwortungsspielräume stellte, die dieser, wie Du in der Praxis bewiesen hast, in zunehmendem Maße sehr zum Nutzen des Unternehmens ins Spiel brachte.“

Sören Stamer In seiner Dankesrede unterstrich Sören Stamer die tiefe Dankbarkeit für den Deutschen Fairness Preis, aber auch die Verpflichtung, die er für die Zukunft empfinde und die er durch seine nächsten Unternehmungen unter Beweis stellen wolle. Er wies daraufhin, dass er seine starke Orientierung auf Fairness hin dem Elternhaus und seiner Herkunftsfamilie als bäuerliche Familie auf dem Hamburger Land verdanke, wo die Alltagsbewältigung ohne Kooperation und Fairness nicht möglich gewesen wäre. Er setzt große Hoffnung darauf, dass sich durch die Transparenz, die Web 2.0 und Enterprise 2.0 mit sich bringen, Fairness weltweit voranbringen und zugleich die Wahrung von Schutzrechten realisieren lässt. Jedenfalls will er sich diesem Anliegen verstärkt widmen.

Mit seinem Schlusswort dankte Dr. Norbert Copray dem Preisträger, dem Laudator, den Kuratoriumsmitgliedern, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Fairness-Stiftung sowie den Gästen für Ihre Teilnahme.  Besonders hob er das Sponsoring durch die Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und das Engagement ihres Alleinvorstands Helmut Graf für die Preisfeier hervor, wodurch die Preisfeier finanziell ermöglich werde.