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Buchtipps

Wenn die Jagd nach Erfolg erschöpft
Burnout als Preis der andauernden Leistungsgesellschaft

Stichwort
Burnout

Angesichts der starken Zunahme an depressiven Erkrankungen und des Burnouts etlicher Menschen sind jene verstummt, die von einer Mode sprachen. Jede Zeit hat ihre Krankheiten. Und zu unserer Zeit gehören Depressionen und Burnout nicht von ungefähr. Experten schätzen, dass es sechs Millionen Menschen bei uns gibt, die an Burnout leiden. Das wirft die Frage auf, ob die Menschen überhaupt für eine Gesellschaft und Wirtschaft geschaffen sind, die diesen Preis fordert. Bei Burnout handelt es sich bislang noch nicht um eine medizinische Diagnose im eigentlichen Sinn. Ausgebranntsein und Erschöpfung ermöglichen allenfalls eine Zusatzdiagnose, die Kliniken und Krankenkassen nicht als Fundament ausreicht. Darauf weist der Arzt und Privatklinikleiter Manfred Nelting in seinem Buch „Burnout“ hin. Das zeigt ihm, wie weit der medizinische Betrieb mit seinen theoretischen Annahmen von der Alltagssituation und den Belastungszuständen von Menschen entfernt ist, „was die Leiden der Betroffenen allerdings verschärfen kann“. Nelting unterscheidet auch klugerweise zwischen Burnout-Syndrom, was die Summe der Symptome und Krankheiten meint, die mit völliger Erschöpfung gekoppelt sind, und dem Burnout selbst. Dies meint den fortgeschrittenen, durchaus lebensbedrohlichen Zustand, in dem ein Menschen sich selbst nicht mehr zu helfen kann oder in dem auch ärztlicherseits nur beschränkt oder gar nicht mehr geholfen werden kann. Nelting hat ein umfassendes, gründliches,  erfahrungsgesättigtes und hilfreiches Buch über Burnout verfasst, in dem auch für einzelne Berufsgruppen das Risikoprofil von Burnout erläutert wird.  Sofern das Burnout noch nicht zu weit fortgeschritten ist, was einen Klinikaufenthalt notwendig macht, gibt er auch konkrete Hinweise zur Selbstprävention und zur Selbhilfe. Das ist in der „Anti-Burnout-Fibel“ von Jörg-Peter Schneider das Hauptthema. In acht Schritten erklärt der Arzt und Coach „Wege aus dem Burnout“, die von Entlasten über Entspannen bis zum Entwickeln führen mit zahlreichen Übungsimpulse und richtigen Hinweisen. Zwar eher für Therapeuten gedacht, aber auch darüber hinaus mit Gewinn zu lesen ist das Buch „Wohlbefinden fördern“ der Psychologin und Psychotherapeutin Renate Frank. Verantwortungsvoll, sorgsam und anregend entwickelt sie auf der Basis der Positiven Psychologie das Konzept und die Methodik einer „Positiven Therapie“, die dem Patienten den Zugang und die Praxis eines erfüllten Lebens erschließen will. Entscheidende Einsicht dabei: Die persönliche Lebensgestaltung hat viermal größeren Einfluss auf das Wohlbefinden als äußere Umstände. Was nicht heißt, das äußere Umstände keine maßgebliche Rolle spielen. Das zeigt wie die anderen Autoren auch Horst Kraemer mit seinem Buch „Soforthilfe bei Stress und Burn-out“. Ein Mensch geht k.o. „nach einer lang anhaltenden und dauerhaft wahrgenommenen Differenz zwischen Herausforderungen und Belastungssituationen und den subjektiv erlebten Bewältigungsmöglichkeiten“. Die Verfügbarkeit über eigene Ressourcen und Kompetenzen sinkt, heftige Stresssymptome und depressive Zustände stellen sich ein. Der Psychotherapeut und Coach will für neue Energie „in wenigen Tagen“ durch innere, mentale Arbeit sorgen. Das klappt, wenn das Burnout anfänglich ist, ansonsten ist das Versprechen unseriös; aber bei anfänglichem Burnout ändert in der Regel niemand etwas, weil es noch nicht wehtut und eine Selbstüberschätzung vorhanden ist. Da kommt die „Anti-Burnout-Strategie“ der Psychologin und Beraterin Carien Karsten angemessener daher und gibt Hilfe zum systematischen Selbstcoaching, um nicht weniger, sondern Dinge anders zu tun und Burnout zu entkommen. Denn Nichtstun ist bei Burnout eine böse Falle, es sei denn, man kann nicht mehr anders, wofür dann aber eine Klinikaufenthalt erforderlich ist. Speziell an Frauen wendet sich Dagmar Ruhwandl, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, mit „Erfolgreich ohne auszubrennen“, gibt Hinweise und Informationen wie in anderen Büchern aus, sieht indes in „Kinder, Küche und Karriere“ ein frauenspezifisches Risikomuster für Burnout, dem Frauen mit dem Erkennen und Setzen von Grenzen, Netzwerken und Selbstentlastungen entgegen wirken können. Präventiv wäre es gut, Frauen wie Männer würden für sich neu definieren, was sie unter Erfolg verstehen wollen. Und sich von der Jagd nach dem Erfolg abgrenzen.

Dr. Norbert Copray

Renate Frank: Wohlbefinden fördern. Positive Therapie in der Praxis. Inkl. CD-ROM. Klett-Cotta.
256 Seiten. 26,90 €

Carien Karsten: Die Anti-Burnout-Strategie. Kreuz. 220 Seiten. 14,95 €

Horst Kraemer: Soforthilfe bei Stress und Burn-out. Kösel. 187 Seiten. 15,95 €

Gabriele Kypta: Burnout erkennen, überwinden, vermeiden. Carl Auer. 233 Seiten. 16,95 €

Manfred Nelting: Burnout. Wenn die Maske zerbricht. Mosaik/Goldmann. 415 Seiten. 19,99 €

Dagmar Ruhwandl: Erfolgreich ohne auszubrennen. Das Burnout-Buch für Frauen. Klett-Cotta.
131 Seiten.

Jörg-Peter Schröder: Die Anti-Burnout-Fibel. Selbsttraining zur Work-Life-Balance. Cornelsen.
167 Seiten. 14,95 €