Information und Hilfe
Formen der Unfairness
Instrumente der Unfairness
Erste Hilfe bei unfairen Attacken
Infothek
   
Adressen
Angst
Belastungstrauma
Beratungsstellen
Entspannung
Freunde
Definition: Unfaire Attacken
Glossar der Unfairness: Grafik
Impulse zum Beten
Prinzip Achtsamkeit
Selbsthilfe
Selbsthilfegruppen
Stress
Suizid vermeiden
System der Unfairness
Teufelskreise
Risk-Management und
Unternehmenskommunikation
Mobbingscout


  Empfehlen: Diesen Artikel per Facebook empfehlen Diesen Artikel per Twitter empfehlen Diesen Artikel per E-Mail empfehlen
  Verfolgen: Diese Website per Twitter verfolgen RSS-Feed verfolgen

  Diese Seite weiterempfehlen
  Ihr Feedback

Buchtipps

Durch Empathie zu mehr Respekt

Wie der Mangel an Anerkennung behoben werden kann

Wenn es an etwas besonders mangelt, wird es zum Thema: Respekt. Über Respekt haben zwei Menschen geschrieben, die tief in die Welt anderer Menschen eintauchen können.  Ingrid Strobls lebt von zahlreichen Interviews mit Interviewpartnern, die aus unterschiedlichen Kulturen und Lebenssituationen kommen. Sie hat wissenschaftlich zum Thema recherchiert und eigene Reflexionen angestellt. Daraus ist eine erzählerisch geprägte Kompositon entstanden, die sich nicht nur sehr gut liest, sondern die auch wichtige Erkenntnisse über Respekt und Respektmangel zusammenträgt. Da gibt es den grundlegenden Respekt, der sich auf die Würde eines jeden bezieht, und den individuellen Aspekt, der eher einer Anerkennung und einer Wertschätzung in Bezug auf etwas Besonderes gleichkommt. Was aber ist mit Menschen, die Terror verbreiten, foltern, anderen das Leben zur Hölle machen? Verdienen diese Respekt? Ja, es gibt diesen Respekt, denn die Würde ist den Lebenswesen „angeboren“ und „schließt alle fühlenden Wesen und die Natur mit ein“. Josef Schönberger demonstriert die Notwendigkeit, Wiederentdeckung und heilsame Wirkung des Respekts, indem er von zahlreichen interkulturellen Begegnungen berichtet. Und stellt fest: „Die Integration der Kulturen findet entweder in den Herzen der Menschen statt oder sie findet gar nicht statt“. Wobei Respekt nicht mit Akzeptanz oder mit Verständnis verwechselt werden darf, insofern will Schönberger einem sentimentalen Ansatz von Integration gerade vorbeugen. Für Strobl gibt es auch noch „den emphatischen Respekt, der von Mitgefühl motiviert und genährt wird“. Jeremy Rifkin hat mittlerweile sogar „Die emphatische Zivilisation“ ausgerufen. Aus vielen wissenschaftlichen und populären Versatzstücken konstruiert er eine Art Nachweis, dass der Mensch primär ein „Homo emphaticus“ ist. An den vergangenen Jahrhunderten soll sich die Entwicklung zum Zeitalter der Empathie ablesen lassen. In der Phase der höchsten (Selbst-) Gefährung von Menschheit und Erde entstehe logischerweise so etwas wie globale Empathie, die den Respekt vor allem begründet, was fühlt, lebt und sterblich ist. Der spekulative, alles umgreifende Band Rifkins verbreitet Optimismus. Die Bände von Strobl und Schönberger sind da nüchterner, jedoch alltagsnäher. Praxisnah wird es mit den Bänden von Barbara Mettler-v. Meibom. In ihnen wird der Respekt in eine Haltung der Wertschätzung und in wertschätzendes Verhalten transformiert, was etwa dem anerkennenden und empathischen Respekt bei Strobl entspricht: gegenüber allem, was lebt, auch sich selbst gegenüber. Wie wertschätzende Dialoge, Rituale und Handlungen aussehen können, skizziert der erste Band. Der zweite Band „Gelebte Wertschätzung“ schildert die Bedeutung, Wirkung und Beispiele der Wertschätzung in zentralen persönlichen und gesellschaftlichen Feldern. Noch praxisnäher für die Arbeitswelt zeigen Ben Furmann und Tapani Ahola in „Twin Star“ (Doppelstern), wie Wertschätzung und Anteilnahme konkret zu mehr Spaß und Erfolg am Arbeitsplatz beitragen. Sie lenken den Blick der Führungskräfte weniger auf die Probleme und was alles nicht geht als vielmehr auf das, was geht und was gehen kann. Dieser ressourcenorientierte Ansatz verhilft zu mehr Zufriedenheit in der Organisation. So wie die Methode des „Anerkennenden Erfahrungsaustauschs“, der im Band „Faktor Anerkennung“ ausführlich beschrieben und an Hand konkreter Projekten vorgestellt wird. Ohne kranke und unstabile Mitarbeiter aus dem Blick zu verlieren, gilt der Fokus stärker den gesunden Mitarbeitern. Mit ihnen in einen Anerkennenden Erfahrungsaustausch zu kommen, bedeutet, die Grenzen, die in purem Fehlzeitenmanagement und –gesprächen vorhanden sind, zu überwinden, Ressourcen besser wahrzunehmen und Anerkennung in wertschätzenden Dialogen zu praktizieren, die für Gesundheit und Arbeitszufriedenheit ausschlaggebend sind. Immerhin vermissen Arbeitnehmer in deutschen Firmen eben dies seitens ihrer Chefs am meisten: Anerkennung.

Norbert Copray

Ben Furmann/Tapani Ahola: Twin Star – Lösungen vom anderen Stern. Carl-Auer. 141 Seiten

Barbara Mettler-v. Maibom: Wertschätzung. Wege zum Frieden mit der inneren und äußeren Natur. Kösel. 238 Seiten

Barbara Mettler-v. Maibom: Gelebte Wertschätzung. Eine Haltung wird lebendig. Kösel. 222 Seiten.

Heinrich Geißler u.a.: Faktor Anerkennung. Betriebliche Erfahrungen mit wertschätzenden Dialogen. Campus. 277 Seiten

Jeremy Rifkin: Die empathische Zivilisation. Wege zu einem globalen Bewusstsein. Campus. 468 Seiten

Josef Schönberger: Die Wiederentdeckung des Respekts. Wie interkulturelle Begegnungen gelingen. Kösel. 286 Seiten

Ingrid Strobl: Respekt. Anders miteinander umgehen! Pattloch. 304 Seiten