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Buchtipps

Entscheidend sind die Verbraucher

Wegweiser für öko-sozialgerechten Konsum

Martina Hahn/Frank Herrmann
Fair einkaufen – aber wie?
Der Ratgeber für Fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und Genuss. Brandes & Apsel. 248 Seiten.

Annette Sabersky/Jörg Zittlau
Die Qualitätslüge
Knaur 7821

Es gibt etliche Gründe, beim Klimaschutz und beim Wandel zu einer weltweiten öko-sozialen Gesellschaft auf die Politik zu schimpfen. Entscheidend für die Langsamkeit lebenswichtiger Reformen sind aber nicht die Politiker und die mannigfachen Gründe des wirtschaftlich-politischen Komplexes. Entscheidend für öko-sozialen Fortschritt sind die Verbraucher. Wenn sie in erheblicherem Maße als bisher Klimaschutz, soziale Arbeitsbedingungen und fairen Handel zu ihren Entscheidungskriterien beim Einkauf machen würden, würde sich Vieles mehr bewegen. Denn im Moment können sich Politik und Wirtschaft auf die Masse heraus reden, die bei radikaleren Reformen zu einer öko-sozialen Wirtschaft nicht mitmachen würden. Und können zurecht darauf verweisen, wie Verbraucher zwar hehre Entscheidungskriterien nennen, an der Kasse aber nur nach nach dem Preis entscheiden. Allerdings hat es auch damit zu tun, dass vielfach gar nicht transparent ist, wie produziert wird und wofür Gütesiegel stehen. Hier schafft das Buch „Fair einkaufen“ der Journalistin und Politikwissenschaftlerin Martina Hahn und des Journalisten und Betriebswirts Frank Herrmann Abhilfe. Der Ratgeber beantwortet nahezu alle Fragen, die zu fairem Handel, zu einzelnen Produktbereichen und Produkten sowie zu Normen, Gütesiegeln und Prüfverfahren denkbar sind. Das erste Kapitel führt in Ansatz und Vorgehensweise des fairen Handels ein, klärt über Hintergründe auf und verschweigt auch nicht diese oder jene Schwierigkeit. Nach der Art eines Lexikons von Bälle und Bananen über Kaffee und Kosmetik bis hin zu Trockenfrüchten und Wein folgen im zweiten Kapitel Einzelinformationen. Das dritte Kapitel kümmerst sich um fair gehandelte Kleidung und „Green Fashion“, ehe im vierten der globale Tourismus unter fairen Gesichtspunkten beschrieben wird und Empfehlungen gegeben werden. Ehe ein umfangreicher Infoteil Literatur- und Interadressen präsentiert, geht das letzte Kapitel auf faire Geldanlagen ein und macht diesen Bereich durchsichtig. Das Buch ist eine Hilfe gegen Ausreden, man wisse nicht gut genug und könne daher nicht fair gehandelte Produkte kaufen. Der exzellente Ratgeber ist eine nützliche Handreichung für den fairnessbewussten, öko-sozial orientierten Verbraucher – und die, die es noch werden wollen. Er macht auch Lust, Teil einer Bewegung zu werden und mitzuhelfen, die Bewegung zu vergrößern. Nur was nachgefragt wird, wird produziert. Und nur, was liegen bleibt, wird nicht mehr gehandelt. Und es ist noch genug Luft nach oben. Denn nur siebzehn Prozent der Konsumenten in Deutschland kaufen häufig Biolebensmittel ein, und das zu zwei Dritteln beim Discounter. Das ist widersprüchlich So jedenfalls das Ökobarometer 2008 des Bundesverbraucherministeriums. Daher sehen Annette Sabersky und Jörg Zittlau in ihrem Buch „Die Qualitätslüge“ (Knaur 7821. 8,95 €) noch viel Spielraum und großen Veränderungsbedarf bei den Verbrauchern selbst, um an Produktion und Konsum entscheidend etwas zu ändern. In ihrem Buch untersuchen sie die Qualitätsversprechen der Hersteller und Händler und benennen viele Defizite. Wünschenwert wäre, fair, bio und öko wären eins. Und schadstoffhaltige Produkte würden nicht fair und biologisch erzeugte Lebensmittel nicht in unfairen Discounterketten gehandelt. Fair einkaufen und mit Öko-Qualität genießen – ein guter Vorsatz für das neue Jahr.

Dr. Norbert Copray