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Konflikt im Beruf

Konflikte gelten nach wie vor vielen Menschen als ein Gräuel. Meist spielt die Grunderfahrung aus Kindertagen eine Rolle, dass Konflikte Geborgenheit gefährden, eskalieren und nur selten gut zu meistern sind. Konfliktfähigkeit und Konfliktbewältigungsfähigkeit werden bis heute nur minimal gelehrt und gelernt. Wer heute erfolgreich Menschen führen will, weiß, dass er Menschen gewinnen muss. Dazu gehört der Verzicht, Konflikte auf der Machtschiene zu entscheiden, es sei denn, es ginge um Machtfragen. Dazu gehört ein Umgang mit Macht, der Konflikte zulässt. Und ein professioneller Umgang mit Konflikte, der sie für Veränderungen, kreative Lösungssuche und die Überwindung von Mängeln nutzt.
Umfassend und kompetent informieren die Bände von Hedwig Kellner "Konflikte verstehen, verhindern, lösen" und von Peter und Friederike Höhner "Konfliktmanagement" speziell Führungskräfte darüber, wie Konflikte in Unternehmen zu verstehen, zu bearbeiten und für die Entwicklung einer Konfliktkultur zu nutzen sind. Im Vordergrund steht die Deeskalation von Konflikte, denn haben Konflikte erst ein gewisses Energieniveau erreicht, bekommen sie leicht eine Eigendynamik, die immer schwerer zu stoppen ist. Allerdings haben die Autoren für alle Eskalationsstufen noch Hinweise parat, wie erfolgreich Konflikte überwunden werden können. Höhers Buch bietet vorwiegend auch Checklisten - viele davon auf CD-ROM - und Übersichten an, während Kellners Buch stärker noch Hintergrundinformation einfließen lässt. Wenn es auch Aufgabe von Chefs ist, sich um ein professionelles Konfliktmanagement zu kümmern, so ist Konfliktbewältigung Aufgabe aller Mitarbeiter. Eine starke erste Hilfe ist hier Matthias Nöllkes Buch "Konflikte mit Kollegen und Chefs" mit viel pointierter Information und Checklisten - auch auf CD-ROM - zu verschiedenen Anlässen wie Teamkonflikten, Stellenwechsel, Machtspiele, Mobbing, Belästigung und Chefallüren. Isabel Nietzsche führt besonders Frauen "Erfolgreich durch Konflikte" im Job. Und die Lektüre des Buches zeigt, wie berechtigt es ist, bei der Konfliktbewältigung für und von Frauen besonders die Perspektive der Frauen in Organisationen einzunehmen. Da vor allem Männer eine tiefzementierte Meinung über Frauen in Konflikte haben und die Konfliktkultur in Unternehmen meist männergeprägt ist, können Frauen von Nietzsches Buch profitieren. Klein, aber dafür kompakt und prägnant vermitteln die kleinen Büchlein Eberhard G. Fehlaus "Konflikte im Beruf" und Christel Freys "Konfliktlösungen" notwendiges Wissen und Rüstzeug für Konfliktbewältigung. Beide sind ein sehr guter Einstieg; das Layout spricht etwas mehr für Fehlaus Bändchen.
Über den Inhalt von Konfliktmanagement geht Astrid Schreyögg mit ihrem Buch "Konfliktcoaching" hinaus. Sie legt eine Art Lehr- und Praxisbuch für die Arbeit eines Coach vor, der vor allem Führungskräfte in speziellen Konfliktsituationen beraten und begleiten will. Alles, was sich an Informationen in einschlägigen Konflikt- und Organisationstheorien über Konfliktmanagement findet, wird von Schreyögg kombiniert mit soziologischer Theorie etwa Max Webers und eigenen Erfahrungen für die Perspektive eines Coach umgebrochen. Es wäre problematisch, wenn ein noch wenig erfahrener Coach nach diesem Lehrbuch Coaching durchführte, ebenso, wenn Führungskräfte auf Grund von Literatur glaubten, gute Konfliktmanager zu sein. Für wen also ist das Buch? Für einen erfahrenen Coach bietet das Buch keine Neuigkeiten. Bleiben Teilnehmer von Coachingfortbildungen oder Entscheider, die den Einsatz von Coaching bei ihren Führungskräften zulassen oder ablehnen können. Die lesen aber nur selten dicke Bücher.
Bücher über Konfliktmanagement sind sehr pragmatisch, die ihre Kenntnisse aus allen Richtungen und Erfahrungen zusammentragen. Doch wer Konflikte nicht nach der Art von Kochrezepten lösen will, braucht als Fundament mindestens einen theoretischen Horizont, der Kriterien liefert, um eine Auswahl aus den Tipps treffen zu können. Und er braucht viel Training, um vom laienhaften zum professionellen Konfliktmanagement zu kommen.

Dr. Norbert Copray

Eberhard G. Fehlau: Konflikte im Beruf. Haufe Taschenguide 25

Christel Frey: Konfliktlösungen. Gabal. Reihe: 30 Minuten

Peter und Friederike Höher: Konfliktmanagement. Haufe. 193 Seiten + CD-ROM

Matthias Nöllke: Konflikte mit Kollegen und Chefs. Haufe. 188 Seiten + CD-ROM

Hedwig Kellner: Konflikte verstehen, verhindern, lösen. Hanser. 171 Seiten

Isabel Nietzsche: Erfolgreich durch Konflikte. Wunderlich. 253 Seiten

Astrid Schreyögg: Konfliktcoaching. Campus. 380 Seiten