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Buchtipps

Kein Mangel, nur die Entscheidungen müssen stimmen

Stichwort:
Zeitmanagement

Kaum hat das Jahr begonnen, läuft die Zeit schon wieder weg. Die Ansprüche anderer und die Ansprüche an sich selbst und an das eigene Leben, aber auch an die Arbeitsqualität nehmen zu, die Wahlmöglichkeiten werden komplexer, kosten Zeit, Nerven und Planung. Kommunikations-, Konsum- und Erlebnismöglichkeiten können zum multimedialen Infarkt führen. Für all die viel beschäftigten und beanspruchten Menschen haben wohlmeinende Zeitgenossen das Zeitmanagement erfunden, ein Theorie- und Regelwerk, mit dessen Hilfe es möglich sein soll, aus vierundzwanzig fünfundzwanzig Stunden am Tag zu machen. So werben Verlage und Trainer für ihr Zeitmanagementbuch. Nun ist es keineswegs so, daß die Theorie und Praxis des Zeitmanagements nicht viel Nützliches bereit hielte, um mit komplexen zeitlichen Ansprüchen besser fertig zu werden. Doch ehe auch nur eins der vielen Konzepte wirklich greifen kann, muß der betreffende Mensch wirklich sein Zeitproblem lösen wollen und können. Eine gute Voraussetzung dafür kann sein, den biologischen Rhythmus seines Organismus zu erfassen und sich auf seine "innere Uhr", wie Carol Orlock ihr entsprechendes Buch nennt, einstellen zu lernen. Nur sollten "Mätzchen mit dem Biorhythmus" unterlassen werden, die Orlock in ihrem profunden Buch kritisiert. Der biorhythmisch beste Tag für eine körperliche oder geistige Anstrengung läßt sich nicht finden. Damit muß aber nicht die Einsicht in die Tages-, Wochen-, Monats-und Jahreszyklen eines Menschen passé sein, die für eine angemessene Wahrnehmung der eigenen Belastungsgrenzen nützlich ist.

Bücher zum Zeitmanagement werden stark nachgefragt, immer wieder aufgelegt, erscheinen mal als Taschenbuch, dann wieder als Paperback. Also Achtung beim Kauf. Was diese Bücher mit vielen technischen Hinweisen und Checklisten zur Diagnose vor allem vermitteln wollen, ist zweierlei: zum einen das Wichtige vom Unwichtigen, das Erstrangige vom Zweit- und Drittrangigen unterscheiden zu erlernen; zum anderen seine Bereitschaft zu verlernen, das Angenehme für das Wichtige zu halten oder das Angenehme dem Wichtigen vorzuziehen. Viele Menschen können auch als Erwachsene angenehme Bedürfnisbefriedigung nicht aufschieben, auch wenn es darum geht, effektiv ein wichtiges Ziel zu erreichen. Bücher wie Ulrich Sieverts "Mehr Zeit für das Wichtige" oder - in der Analyse von Schwachstellen noch aufwendiger - Ray Josephs "Persönlicher Zeitmanager" zeigen immer wieder, daß Aufgaben nicht aufzuschieben sind und wie effektiv Ziele erreicht werden können. Eberhard Döring bietet dazu ein "Erfolgreiche Zeit- und Projektplanung mit dem PC" an, die auf einer CD-ROM Shareware zu "Advantage", "A-Plan" und "Time&Chaos" enthält. Doch die angebotenen Softwareprogramme sind in ihrer grafischen Darstellung oft zu überladen, erfordern keineswegs geringere Handarbeit als der einfache Kalender. Und wer die Kriterien wichtig und unwichtig, effektiv und angenehm nicht beherrscht und sich in ihrer Anwendung nicht kontrollieren kann: Der PC übernimmt diese Kontrolle nicht.

Günther Beyer sucht die Leser in seinem Buch "Zeitmanagement" mit Argumenten und Forschungsergebnissen vom richtigen Umgang zu überzeugen. Er greift Fehlhaltungen und Vorurteile auf, denen Menschen folgen, die sich meistens über zu wenig Zeit oder einen enormen Druck beklagen. Hier finden sich klar und übersichtlich viele nützliche Tips. Von ähnlicher Qualität ist auch sein mit Metta Beyer zusammen veröffentlichtes Buch "Optimales Zeitmanagement", das auf einer Diskette einen Test zur Analyse von Zeitfallen und -fressern bereit hält. Karl Westhoff und andere legen in "Effektiver arbeiten" ausführliche Muster-Fragebögen für Arbeitsplätze vor, damit Schwachstellen in der Selbstwahrnehmung, am Arbeitsplatz, im Organisationsablauf sichtbar werden und verändert werden können. Von anderer Warte aus geht Harald Braem in seinem Buch "Selftiming" an das Problem heran. Er leitet die Leser zu einer mentalen Veränderung an. Er stützt sich dabei leider auf den verbreiteten Jargon vom Programmieren, wenn es um Einstellungsänderungen geht und bezieht sich unkritisch auf das Neurolinguistische Programmieren. Für ausgewählte Fragen leitet Marion E. Haynes mit einem Training-Script "Persönliches Zeitmanagement" dazu an, das eigene Zeitprofil zu erkennen und zu verbessern. Für 84 großformatige Seiten wird passend zum unterstellten Management-Stil ein happiger Preis verlangt. Da kommt das ein Jahr zuvor, 1990 erschienene Taschenbuch von Helmut Dittrich "Erfolgsgeheimnis Zeiteinteilung" doch erheblich preiswerter daher, zumal auf 158 Seiten nahezu alles geboten wird, was von Belang ist. Um persönliche Hintergründe des eigenen Zeitverständnisses und vor aller technisches Raffinesse ein sinnvolles Zeitkonzept für sich zu klären, eignet sich vorzüglich das von Regula Schräder-Naef immer wieder aufgelegt Buch "Kein Zeit?". Wer häufig, fast ständig das Gefühl der leeren Zeit oder des Zeitdrucks hat, der trägt in aller Regel einen Konflikt mit sich selbst aus. Widersprüchliche Botschaften der Eltern und der Schule, mangelnde Anerkennung sich selbst gegenüber, Vermeidung anderer wichtiger Fragen, überholte Gewohnheiten und Lösungsstrategien, nicht erfolgreich sein dürfen ohne dafür zu leiden, Image-, Karriere- und Behauptungsprobleme - all das kann sich hinter einem schlechter Zeitmanagement verbergen. Die Frage ist meist nicht, wie zu viel in zu wenig Zeit zu schaffen ist, sondern, warum ich mich überhaupt darauf eingelassen habe. An innerer Souveränität und Gelassenheit zu gewinnen heißt dann auch Zeit gewinnen. Das neue Jahr eignet sich gut als Trainingsraum.

Dr. Norbert Copray


Rezensierte Bücher:

Günther Beyer: Zeitmanagement. Econ. 325 Seiten.

Metta und Günter Beyer: Optimales Zeitmanagement. Econ. 216 Seiten inkl. Diskette.

Harald Braem: Selftiming. Ullstein 35420.

Helmut Dittrich: Erfolgsgeheimnis Zeiteinteilung. humboldt 624.

Eberhard Döring: Erfolgreiche Zeit- und Projektplanung mit dem PC. Ullstein/Sybex 41048. Mit CD-ROM.

Marion E. Heynes: Persönliches Zeitmanagement. Uberreuter. 84 Seiten.

Ray Josephs: Ihr persönlicher Zeitmanager. Mosaik. 220 Seiten.

Carol Orlock: Die innere Uhr. Trias. 251 Seiten.

Regula Schräder-Naef: Keine Zeit? Beltz/Quadriga. 183 Seiten.

Ulrich Sievert: Mehr Zeit für das Wichtige. Econ 21309.

Karl Westhoff u.a.: Effektiver arbeiten. Asanger. 147 Seiten.