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Blog nach Monat: Januar 2014

30.01.2014 15:14
Tierleid statt Tierwohl?
Für ihre Hunden und Katzen kaufen die Deutschen Körbchen, Kissen und Premium-Pastete – doch wie sieht es beispielsweise mit den nicht minder intelligenten Schweinen aus?

Deutschland steht bei der Schweineschlachtung europaweit auf Platz 1, über 58 Millionen Tiere kommen jedes Jahr unter’s Messer. Was nicht gebraucht wird, wird exportiert.

In sogenannten Megaställen stehen rund 5000 Tiere ihr ganzes Leben auf der gleichen Stelle. Diese Entwicklung macht es kleineren Betrieben schwer, zu bestehen. Dies gilt für Europa genau so wie für die Importländer wie beispielsweise Afrika, wo kleine traditionelle Bauern keine Chance haben, gegen die billigen Preise der Importware anzukommen. Professor Bernhard Hörnig von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde meint, man könne die biologischen Grenzen der Tiere in den Ställen sehen.

Die Frage ist: Geht ethisch vertretbare Viehzucht überhaupt mit einer Tierhaltung in dieser Größenordnung? Es macht den Anschein, als würde das Tier als Maschine gesehen, das man austauscht, wenn es kaputt geht und das bis zur vollen Auslastung genutzt werden kann. Mit Fairness hat das nichts mehr zu tun. Und nicht nur die Tiere leiden, auch die Arbeitskräfte werden oft ausgebeutet, schlecht bezahlt und die Umwelt ächzt unter den Strapazen der CO2-Produktion der ganzen Massentierhaltung und –verarbeitung. Es entstünden Treibhausgase, die einen enormen Stickstoffüberschuss durch anfallende Gülle in den Regionen der Massentierhaltung produzieren würden, so der Spiegel.

Nach Daniel Baumann, Ressortleiter Wirtschaft bei der Frankfurter Rundschau, haben die Deutschen im Jahr 2012 59,5 Kilogramm Fleisch verzehrt, was viel mehr ist als von der Welternährungsorganisation FAO empfohlen wird. Doch wo liegt der Grund dafür?

Fleisch ist ein Lebensmittel des Wohlstands – so kam früher noch der Sonntagsbraten an nur einem Tag die Woche auf den Tisch. Heute können wir uns alle Fleisch leisten und fühlen uns dadurch besser ernährt. Womöglich auch gesünder oder auch männlicher, geht man nach der Zeitschrift „Beef“, die sich mit Grilltipps ausschließlich an Männer richtet und mit besonders starker und maskuliner Kommunikation für den Fleischkonsum wirbt.

So ist es kein Wunder, dass die Empörung groß war, als die Grünen einen so genannten „Veggie-Tag“ vorschlugen. Die Menschen fühlen sich beschnitten und wollen nicht auf ihren billigen Wohlstand aus dem Supermarkt verzichten. Dass jedoch Tieren und Menschen ein Veggie-Tag gut tun würde, ist nicht im Blick.

"Menschen treiben Tier an ihre biologischen Grenzen"

"Mensch, Tier und Umwelt werden ausgebeutet"

"Tiere als Maschinen"

09.01.2014 13:00
Faire Kleidung tut not
Dass Kleidung fair produziert wird, ist für die hiesigen Verbraucher nicht wichtig. Sonst würden nicht kiloweise Textilien gekauft, verramscht und weggeworfen werden. Denn Kleidung ist hierzulande billig. Zu billig. Davon profitieren die Käufer, die Verkäufer, die Klamottenketten und die Zwischenhändler.

Auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter in Kambodscha, Bangladesh, Indien und anderswo, die in einer 70-80 Stundenwoche nicht in der Lage sind, ausreichend ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Katastrophen in Bangladesh und Todesschüsse auf demonstrierende, friedliche Arbeiter in Kambodscha werfen ein Schlaglicht auch auf unsere ausbeuterische "Kleiderordnung".

Hierzulande die Preise zu erhöhen, reicht nicht. Zu leicht stecken sich dann die Klamottenketten, Markenartikler und Zwischenhändler die Differenz in die eigene Tasche; bei den Arbeiterinnen und Arbeitern in Fernost kommt davon nichts an. Daher ist es zunächst auch wichtig, die Transparenz zu erhöhen, wie es die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul jüngst in der Frankfurter Rundschau (S. 10) fordert:

"Transparenz zwischen den vielen Bekleidungsunternehmen in den westlichen Industrieländern, die in den Entwicklungs- oder Schwellenländern produzieren lassen und einkaufen, und den heimischen Produzenten in diesen Ländern. Transparenz über die Rolle der jeweiligen Regierungen, ob sie die Rolle unabhängiger Gewerkschaften respektieren und diese ungehindert in den jeweiligen Produktionsstätten arbeiten können.

Transparenz bei der Lohngestaltung: Selbst die Verdoppelung oder Verdreifachung der elend niedrigen Löhne in diesen „Produktionsstätten“ würde für die Verbraucher und Verbraucherinnen in unseren Ländern nur eine minimale Steigerung des Preises zum Beispiel für ein T-Shirt zur Folge haben.

Transparenz in der Frage der Verantwortung der beteiligten Staaten und ihrer Regierungen bei der Einhaltung der festzulegenden Sicherheitsstandards in den Produktionsstätten, zum Beispiel durch wirklich unabhängige, qualifizierte Sicherheitskontrollen.

Transparenz bei der Verpflichtung der importierenden Bekleidungsunternehmen: Wie halten sie die Standards der „Corporate Social Responsibility“ ein, also der sozialen Verantwortung, die sie selbst akzeptiert haben?

Transparenz für Verbraucher und Verbraucherinnen, wenn sie bei uns Kleidung einkaufen.

Transparenz durch die hervorragende beispielhafte Arbeit der Zivilgesellschaft in unseren Ländern, aber auch in den beteiligten Entwicklungsländern. Die „Clean Clothes Campaign“, in der zahlreiche gesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen sind, hat hier bereits wegweisende Arbeit und Aufklärung geleistet".

Dabei ist der Druck auf die Entwicklungsländer nach dem Motto „Wenn du bei der Umsetzung der Standards und der Löhne nicht nachgibst, suchen wir uns das nächste, ,billigere‘ Land.“ nur begrenzt hilfreich. Vielmehr wird dadurch die Spirale nach unten zu immer niedrigeren Löhnen in Gang gesetzt und gehalten. Daher: "Bessere Standards und bessere Löhne sind ein positiver Standortfaktor für die beteiligen Unternehmen. Das Auseinanderdividieren der Länder durch die Unternehmen würde schwieriger.

Dieser Prozess muss jetzt endlich in Gang kommen. Denn können wir wirklich in Frieden leben (und konsumieren), wenn wir gleichzeitig zulassen, dass ausbeuterische Arbeitsverhältnisse anderswo die Basis dafür sind? Es geht um Wettbewerb nach oben statt Wettbewerb nach unten. Das ist auch im Interesse der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in unseren Ländern!"

Wir brauchen eine "neue Kleiderordnung": fair, transparent, menschenfreundlich - auch körperfreundlich durch schadstofffreie und lebensangepasste Stoffe. Eine solche Kleidung tut not - den Menschen im fernen Osten und hierzulande.

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