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Blog nach Kategorie: Organisationen

25.01.2017 14:43
Ökologisches Papier und Holz von FSC in der Glaubwürdigkeitskrise
Holz, das Bären tötet, illegal geschlagen wird, skrupellos durch Beamtenbestechung und Einschüchterung von Öko-Aktivisten ermöglicht wird? Holz, dass auch vielfach der Papierherstellung dient. Schauen Sie mal auf das FSC-Siegel Ihrer Papierverpackung und Ihrer Möbel. FSC Forest Stewardship Council, kurz FSC, ist eine internationale Non-Profit-Organisation für nachhaltige Forst- und Papierwirtschaft.

"Ein Unternehmen zerstört durch illegale Abholzung in Rumänien den Lebensraum der Braunbären – und darf sein Holz hierzulande sogar mit einem Nachhaltigkeits-Siegel verkaufen" schreibt die NGO-Kampagne Campact. "Wenn wir schnell handeln, können wir das ändern. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition:

"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

"Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie den Appell
Wir Verbraucher/innen vertrauen darauf, dass Produkte mit dem Siegel der Organisation Forest Stewardship Council (FSC) nicht aus dem Kahlschlag geschützter Wälder stammen".

Seit Herbst 2016 wird bekannt: "In Rumänien ist einer der größten Holzkonzerne Europas in illegale Abholzung verstrickt.[1] Skrupellose Holzfäller vertreiben dabei geschützte Braunbären aus Europas letzten Urwäldern, bestechen Beamte und schüchtern Umweltaktivisten vor Ort mit Gewalt ein.[2,3] Trotz seiner Geschäfte mit dieser Holzmafia, führt der österreichische Schweighofer-Konzern das renommierte FSC-Siegel – und macht damit auch in Deutschland ein gutes Geschäft.[1]

Der Vorstand des FSC in Bonn will den Fall zwar in zwei Wochen prüfen – und könnte Schweighofer das markante Siegel mit dem weißen Baum auf grünem Grund entziehen. Das Problem aber ist: Der FSC möchte das Unternehmen in seinem Verbund halten.[4] Der Vorstand könnte sich deshalb von fadenscheinigen Rechtfertigungen und Absichtserklärungen des Unternehmens einlullen lassen".

Um das zu verhindern, sollen dem FSC-Vorstand am 7. Februar 100.000 Unterschriften gegen sein Vorgehen überreicht werden. Es sind also nur wenige Tage Zeit, um sie zu sammeln. Campact: "Gemeinsam mit unseren Schwesterorganisationen aus Rumänien und Österreich fordern wir ein konsequentes Vorgehen gegen die Holzmafia. Bislang ist der FSC noch keinen Gegenwind für seine Siegel-Vergabe gewohnt – wir können deshalb starken Eindruck machen und die Organisation zu einer konsequenten Haltung gegen illegale Abholzung bringen. Bitte seien Sie jetzt dabei!
Hier klicken, um den Appell zu unterzeichnen":

"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

Illegale Abholzung ist in Rumänien für den Tod hunderter Bären verantwortlich. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume werden sie in menschliche Siedlungen getrieben – und dort abgeschossen.[2,5] Bislang war das kein Grund für den FSC, der Schweighofer-Gruppe das Siegel abzuerkennen. Der FSC erklärt seine bisherige Nachsicht damit, dass das Unternehmen in Rumänien mit unübersichtlichen und illegalen Strukturen innerhalb der Branche konfrontiert sei.[4]

Was der FSC nicht erwähnt: Schweighofer selbst ist maßgeblich für diese Strukturen verantwortlich. „Seit Schweighofer am rumänischen Markt aufgetaucht ist, verschwinden jedes Jahr mehr und mehr Wälder. Die illegale Abholzung macht selbst vor Nationalparks nicht Halt“, berichtet Raluca Vestemeanu von unserer rumänischen Schwesterorganisation de-clic. Das Unternehmen ist mächtig: Schweighofer verfügt mittlerweile über genug Sägewerke, um die gesamte Holzproduktion des Landes zu kontrollieren.[6] Mit seiner Lobbymacht setzt der Konzern Politik und Behörden unter Druck.[3]

Eine breite Allianz aus zivilgesellschaftlichen Gruppen kämpft in Rumänien seit Langem gegen die Übermacht des Konzerns, tausende Menschen gingen gegen die Abholzung auf die Straßen.[7] Ein erster Erfolg: Eine rumänische Baumarktkette boykottiert das Holz des Unternehmens. Doch die großen Absatzmärkte liegen im Ausland: Österreich, Japan – und natürlich Deutschland. Solange der Konzern das FSC-Siegel führt, hat er keine Probleme, Abnehmer zu finden – und auch die letzten rumänischen Wälder der eigenen Gewinnbilanz zu opfern.

„Für uns ist die Unterstützung der Campact-Aktiven von entscheidender Bedeutung“, sagt Raluca Vestemeanu. „Deutschland ist ein wichtiger Markt für Schweighofer. Und für den FSC steht das Vertrauen der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Spiel. Mit unserem gemeinsamen Bürgerprotest können wir erreichen, was Behörden und Regierung nicht schaffen: einen Sieg über Schweighofers Konzernmacht.“

Seit 2014 gingen in Rumänien übrigens tausende Hinweise auf illegale Holztransporte ein. Zur Verfolgung kam es lediglich in einem Fall.[3] Weil die Behörden versagen, muss deshalb der FSC jetzt endlich konsequente Schritte gegen die Holzmafia unternehmen. Bitte unterzeichnen Sie jetzt diesen Appell:
"Den Appell gegen Ökotäuschung und Greenwashing hier unterschreiben"

Was ist, wenn es gar nicht genug und Papier gibt, das man FSC zertifizieren kann?

[1] „Der gestohlene Urwald“, Studie der Environmental Investigation Agency (eia) zur Schweighofer-Gruppe, Oktober 2015
[2] „Die Armee jagt Meister Petz“, taz, 21. Oktober 2014
[3] „Ein Paradies wird abgeholzt“, Handelsblatt, 17. Mai 2015
[4] Stellungnahme des FSC zum Fall Schweighofer, Dezember 2016
[5] „Der Bär ist los“, Deutschlandfunk, 2. November 2016
[6] „Stealing the last Forest“, Volltext der Studie der Environmental Investigation Agency (eia) zur Schweighofer-Gruppe, Oktober 2015
[7] „Proteste gegen Abholzen der Wälder“, Neue Zürcher Zeitung, 9. Mai 2015

"Stellungnahme vom FSC"

09.05.2016 14:56
Wie fair sind faire Produkte?
Fair gehandelte Produkte bevorzugen – geht das, lohnt sich das? Stiftung Warentest hat in diesem Monat die stärksten Siegel für Nachhaltigkeit untersucht. Und kam zu dem Schluss: Den höchsten Standard repräsentieren die Siegel „Naturland fair“, „Fairtrade“ und „Hand in Hand“ von Rapunzel.

Sind denn die Verbraucher bereit, für fair gehandelte Ware mehr auszugeben? Stiftung Warentest stellt fest: „Ja. 2014 lag der Umsatz von Waren, die ein Fairness-Siegel tragen, erstmals über 1 Milliarde Euro – eine Verdopplung in nur drei Jahren. Gut drei Viertel davon sind Lebensmittel, so die Zahlen des Forums Fairer Handel. 78 Prozent entfallen auf Produkte mit dem Logo von Fairtrade, dem bekanntesten Siegel.

Auch andere Siegel versprechen, bei der Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien einzuhalten: Gepa fair+, Naturland Fair, Rainforest Alliance Certified, Utz Certified – und Hand in Hand“. Neben Fairtrade wurden fünf Siegel genauer durchleuchtet. Warentest: „Kann der Kauf von Produkten mit den Logos die Situation der Bauern verbessern? Ja, am meisten bei Naturland Fair, gefolgt von Fairtrade und Hand in Hand, am wenigsten bei Rainforest Alliance. Der Organisation geht es vor allem darum, nachhaltige Anbaupraktiken zu fördern. Mindestpreise für die Rohware garantiert sie nicht.

Einige Siegel legen den Schwer­punkt auf Soziales, andere auf Umwelt­schutz. Sie sind also nicht einfach Stempel auf dem Papier. Hinter ihnen stehen Labelorganisationen, die Anforderungen stellen – auch an die Bauern, die die Rohware erzeugen. Die Organisationen legen den Standard fest, nach dem Produzenten zertifiziert werden. Bauern können Schulungen in Anspruch nehmen, um die Anforderungen umsetzen zu können. Unabhängige Kontrolleure prüfen schließlich, ob sie die geforderten Kriterien einhalten. Alle Organisationen im Test haben eigene Standards – außer Gepa. Hinter „Gepa fair+“ stehen Standards anderer Organisationen wie Fairtrade“.

Die Tester von Stiftung Warentest machten „einen Praxis-Check“ und schreiben: „Für jede Organisation wählten wir bis zu vier mit ihrem Logo versehene Produkte aus: Kaffee, Tee, Kakao und Südfrüchte. Die Organisationen sollten belegen, dass sie diese zurück­verfolgen können und ihre Kriterien in der Produktion einge­halten werden. Farmen selbst besuchten wir nicht, unsere Prüfer ließen sich aber Kontrollberichte, Zertifikate und Verträge zeigen. Meist klappte die Rückverfolgbarkeit ohne Probleme – insbesondere bei Fairtrade und Rapunzel. Bei Rainforest Alliance und Utz kam es vor, dass die Herkunft der Rohware nicht eindeutig belegt werden konnte. Von klein bis groß. Das Hand-in-Hand-Logo von Rapunzel ziert nur etwa 100 Lebens­mittel, das Utz-Siegel 20 000.

Mit dem Erfolg kam die Kritik: Fairer Handel bewirke weniger als behauptet, befand 2014 eine Studie der University of London. In Äthiopien und Uganda würden Lohnarbeiter in fairen Kooperativen weniger verdienen als in konventionellen Betrieben. Fairtrade nahm die Kritik ernst, bemängelte aber die Methodik der Studie. Was sagt unser Test zum Thema Bezahlung? Auf dem Papier sichern alle Organisationen den Festangestellten in der Landwirtschaft Mindest- oder Tariflohn zu – oder sogar mehr. Unser Blick in Prüfberichte bestätigte das, vor allem bei Fairtrade und Rapunzel, da diese auch gezahlte Löhne aufführen. Fairtrade und Rapunzel sichern zudem Bauern in Kooperativen Mindestpreise für die Ernte zu, Naturland auch. (…)

Ob die Bauern tatsächlich von höheren Preisen und Schu­lungen profitieren, zeigen Wirkungs­analysen. Dazu messen die Organisationen ihren Effekt vor Ort. Vielfältige Analysen machen Fairtrade und Utz. Im „Impact Report 2016“ berichtet Utz etwa, dass viele Kakaobauern in der Elfen­beinküste bei Kontrollen negativ auffielen. Sie müssten mehr Schutz­kleidung tragen.

Die Labelorganisationen arbeiten längst zusammen und machen gemeinsame Kontrollbesuche. Das spart Zeit und Geld. Die Zertifizierer und Prüfer von Fairtrade und Rainforest Alliance dürfen seit neuestem für Utz Plantagen zertifizieren. Auch Bauern profitieren von mehreren Labeln, zeigt eine Studie des Centrums für Evaluation im Auftrag von Fairtrade. Sie haben so mehr Abnehmer und ein höheres Einkommen“.

Aber es gibt auch Kritik. Beispielsweise schrieb Cacao_Guro schon kurz nach dem Erscheinen des Heftes am 01.05.2016 dazu auf die Website von Stiftung Warentest: „Hallo, dass die Bauern ihre besten Produkte nicht fair trade handeln, stimmt zumindest im Kaffee- und Kakao-Bereich. In diesem bin ich in Südamerika seit vielen Jahren tätig. Preise für hochwertige Produkte liegen nämlich weit über jedem fair trade Preis; so wird Edelkakao oft zu Preisen die dem 10fachem fair trade Aufschlag entsprechen gehandelt. Zwar existieren bei fair trade zertifizierten Kakao Preisuntergrenzen, diese sind aber so niedrig angesetzt, dass sie seit vielen Jahren nicht erreicht wurden und in Zukunft auch nicht erreicht werden, so dass sie völlig sinnlos sind. Was den Test angeht finde ich die positive Bewertung von fair trade allgemein völlig unnachvollziehbar, da die Realität vor Ort anders aussieht. Es gibt Projekte, deren Zertifizierungskosten höher sind als der bezahlte Aufschlag, so dass die Bauern am Schluss sogar noch drauf zahlen. Zudem besitzt fair trade meiner Meinung nach in kleinster Weise ein System, ihr Standards zu überprüfen“.

Und Ka.Seb schrieb am 29.04.2016 ebenda: „bisher hatte ich auch eine positive Meinung zu Fairtrade. Nach dem Bericht im Südwest-Fernsehen http://www.swr.de/marktcheck/-/id=13831164/pqdwp3/index.html
habe ich meine Meinung geändert. Teilweise laufen unter Fairtrade Produkte, die wenige als 20 % Fairtrade beinhalten. Und das liest man erst im Kleingedruckten. Dann macht es keinen Sinn mehr, diese Produkte vorrangig zu kaufen. Und test fällt darauf herein“.

"Stiftung Warentest über Nachhaltigkeitssiegel"

"Wie die Nachhaltigkeitssiegel vergeben und geprüft werden"

"Sind Faire Trade-Produkte wirklich fair? Der SWR-Marktcheck prüft nach"

"Der Fairness-Check zu 60 großen Anbietern und Handelsketten"

26.09.2014 16:10
Fairness-Initiativpreis 2014 an AG Beipackzettel
Der Fairness-Initiativpreis 2014 der Fairness-Stiftung geht dieses Jahr an die AG Beipackzettel, eine Arbeitsgemeinschaft von ehrenamtlichen Patientenvertretern und professionellen Pharmamitarbeitern. Sie leistet seit Jahren bahnbrechende Arbeit für leicht verständliche Beipackzettel, die eine faire Kommunikation zwischen Pharmaindustrie, Ärzten, Apothekern und Patienten ermöglichen. Ihre weitgehend bislang unbekannte Arbeit soll mit dem Fairness-Initiativpreis am 25.10. in Frankfurt am Main im Rahmen einer Feier öffentlich bekannt und anerkannt werden.

In der AG Beipackzettel haben sich ehrenamtliche Vertreter von Patientenorganisationen und Seniorenverbänden (darunter Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und hren Angehörigen e.V.; Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren Organisationen e.V.; Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.; Bund zur Förderung Sehbehinderter – BFS NRW e.V.; Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V.; Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V.) und Mitarbeiter von Pharmaunternehmen (u.a. Pfizer, MSD, Takeda) in einer Arbeitsgruppe zusammen gefunden und arbeiten seitdem an der patientenfreundlichen Gestaltung von Gebrauchsinformationen. Der Beipackzettel , wie er gemeinhin genannt wird, spielt eine wichtige Rolle im Leben von Patienten, aber auch bei Ärzten und Apothekern. Wie ein patientenfreundlicher Beipackzettel aussieht, hat die
AG in sieben Punkten zusammengefasst und dementsprechend bereits erfolgreich Beipackzettel verändert.

Am 25.10. wird im Rahmen der Preisfeier auch der Deutsche Fairness Preis 2014 an Claus Fussek, Sozialarbeiter, Pflegeexperte und Autor, vergeben.

Die Fairness-Stiftung ist seit 14 Jahren aktiv, das Fairness-Bewusstsein und die Fairness-Qualität in Gesellschaft und Wirtschaft zu stärken und zu verbessern. Neben den Preisverleihungen berät die Fairness-Stiftung Menschen in unfairen Situationen, trainiert Führungskräfte in Fairness-Kompetenz und begleitet Firmen und Organisationen zur Fairness-Qualität. Die Preisverleihungen werden vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft gesponsert.


Pressekontakt:
Fairness-Stiftung
Dr. Norbert Copray
Langer Weg 18
60489 Frankfurt am Main
Tel. 069-78988144
Mail: presse(at)fairness-stiftung.de
www.fairness-stiftung.de


18.09.2014 12:35
Deutscher Fairness Preis 2014 an Claus Fussek
Den Deutschen Fairness Preis 2014 erhält der Pflegeexperte Claus Fussek. Das Kuratorium der Fairness-Stiftung erklärt: Claus Fussek hat einen entscheidenden Beitrag für die Fairness zwischen den Generationen geleistet und insbesondere die Situation der Pflegebedürftigen, der Kranken und der alten Menschen ins öffentliche Interesse gerückt. Das jahrzehntelange Engagement des Sozialarbeiters für die Beachtung der Menschenrechte in der Pflege wird durch die öffentliche Verleihung des Deutschen Fairness Preises am 25.10. in Frankfurt am Main gewürdigt.

Die Fairness-Stiftung ist seit 14 Jahren aktiv, das Fairness-Bewusstsein und die Fairness-Qualität in Gesellschaft und Wirtschaft zu stärken und zu verbessern. Neben den Preisverleihungen berät die Fairness-Stiftung Menschen in unfairen Situationen, trainiert Führungskräfte in Fairness-Kompetenz und begleitet Firmen und Organisationen zur Fairness-Qualität. Die Preisverleihung wird vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft gesponsert.

18.03.2014 14:51
Verliert der TÜV seinen guten Ruf?
TÜV Siegel haben ein hohes Ansehen, das sich der TÜV über Jahre erworben hat. Was ist jedoch, wenn der TÜV mit einem Siegel wirbt, dass kaum hält, was es verspricht?

Derzeit klärt der Bundesgerichtshof, ob beim TÜV Rheinland eine Pflichtverletzung bei der Zertifizierung von Brustimplantaten der Firma PIP vorliegt. PIP hatte jahrelang Brustimplantate mit gesundheitsschädlichem Industriesilikon versetzt. Plusminus berichtet, dass der Redaktion Unterlagen vorlägen, die Versäumnisse des TÜVs vermuten lassen.

In einem anderen Fall gaben Prüfer des TÜV Süd vor Gericht an, dass „sie (…) [im Prüfbericht] das hineinschreiben [würden], was der Auftraggeber will“. „Der TÜV erklärt das als Missverständnis. Nicht die Ergebnisse, sondern das Test-Design würden nach Wunsch des Kunden gestaltet“. Hierbei ging es um ein Blockkraftwerk einer GFE-Group, welches sich als Betrugsfall herausstellte. Der TÜV hatte fälschlicherweise einen „sensationell niedrigen Treibstoffverbrauch“ attestiert.

Vor fünf Jahren hat der TÜV Nord sein Prüfsiegel „geprüfte Fondsplausibilität“ für „besonders riskante geschlossene Fonds“ eingestellt. Zuvor war vom Bundesverband für Finanzdienstleistungen festgestellt worden, dass die TÜV-Noten „deutlich geschönt" seien.

Für kriminelle Zwecke nutzte die Firmengruppe S&K Immobilien eine Bescheinigung des TÜV Süd. Die Bescheinigung, laut TÜV nur für interne Zwecke gedacht, stellte fest, „dass sich der Wert der Immobilien von S&K fast verdoppelt“ habe. Zwar wurde die Bescheinigung von S&K missbraucht, allerdings scheint fragwürdig, weshalb der TÜV überhaupt eine solche Bescheinigung ausstelle, ohne den Wert der Immobilien zu prüfen.

Im Bereich nachhaltiger Palmöl-Produktion in Indonesien werfen Kritiker TÜV Nord und - Rheinland Gefälligkeitsgutachten vor. Ein solcher Fall wurde durch TÜV Nord bestätigt und betraf den Palmölproduzenten Wilmar.

Kritisch untersucht Panorama außerdem das Siegel „Service tested“ des TÜV Saarland. Auch hier kann festgestellt werden, dass der TÜV zwar Informationen zum Vorgehen der Kundenbefragung veröffentlicht, diese jedoch unvollständig sind und somit einen Mangel an Transparenz aufweisen.

Die aufgedeckten Fälle sind zum großen Teil sehr gravierend. Dennoch scheint es sich um Einzelfälle zu handeln. Es ist bislang keine systematische Strategie erkennbar, wonach der TÜV seine Qualität gemindert habe und Verbraucher täuschen wolle. Es bleibt jedoch abzuwarten, was der TÜV unternimmt, um die Qualität seiner Siegel zu sichern und vor Missbrauch zu schützen. Auf Seiten des TÜVs sind hierfür hohe Anstrengungen erforderlich. Dies gilt insbesondere für die Transparenz der Siegel in Bezug auf Vorgehensweisen und Ergebniserlangung. Aber nur so kann der TÜV seinen guten Ruf erhalten oder wiederherstellen.

Jolanda Butera, Diplom-Soziologin

Gefährliche Brustimplantate
"Plusminus von der ARD

Wie unabhängig sind Prüfinstitute?
"Plusminus von der ARD

Wie der TÜV seinen guten Ruf verspielt
"Panorama von der ARD"

Zum Siegel Service tested des TÜV
"Prüfprozess des TÜV bei Service tested"

22.03.2013 12:05
ADAC unfair unterwegs
Im ADAC rumort es. Mitarbeiter und Betriebsräte sollen ausspioniert worden sein. Ex-Vorstand Burkhard Scheunert sprach von einem Sumpf beim ADAC. "Durch geschickte Handhabung hat der Geschäftsführer schon erreicht, dass die Kollegen machen, was er möchte (...), er diktiert wie's weitergeht", sagte Scheunert dem NDR-Fernsehmagazin "Panorama 3". Bei Amtsgerichten laufen immer mehr Klagen gegen den ADAC Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf. Allein 92 sollen es im letzten Jahr gewesen sein bei einer Mitarbeiterstärke von 150 Personen. Im Regionalbereich Nordbayern sieht es nicht viel anders aus.

Auslöser sind wohl kritische und für den ADAC unangenehme Meldungen in der Öffentlichkeit, wonach vor allem in den ADAC Regionalabteilungen ein teilweise inkompetentes und teilweise intrigantes Management herrsche. Die Münchener ADAC-Zentrale fühlt sich nicht zuständig, da es allgemeine Richtlinien gäbe und ansonsten jeder Regionalbereich (=Gau; 18 Gaue bundesweit) sein Management eigenverantwortlich betreibe. Regionale Geschäftsführer versuchen, Kritik und Konflikte unter den Teppich zu kehren oder ergreifen Maßnahmen gegen interne Kritiker.

"Es hat in keiner Weise oder Form jemals eine Anweisung der Geschäftsführung gegeben, den Betriebsrat auszuspionieren", sagte der für den ADAC tätige Kommunikationsberater Klaus Cocks. Es gehe wohl darum, den amtierenden Vorstand zu stürzen. "Wir haben hier eine kleine Meuterei auf der Bounty", sagte Cocks. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Das Team vom „MarkenCheck“ der ARD/WDR (Das Erste) schreibt und filmt: „Wir konfrontieren Karl Obermair aus der Münchener ADAC-Zentrale auch mit diesen Vorgängen und damit, dass ein Anwalt, der viele dieser Arbeitsgerichtsverfahren arbeitnehmerseitig betreut hat, ungestraft von einem "Angstmanagement" beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt sprechen durfte, das "totalitäre Züge" habe. Doch erneut erklärt sich Obermair für nicht zuständig: "In Niedersachsen gibt es Unruhe, so ähnlich wie das auch im vorherigen Regionalclub Nordbayern der Fall war. Auch da ist eine entsprechende Reaktion auf informeller Ebene erfolgt. Die Situation in Niedersachsen müssen die Kollegen aus Niedersachsen regeln", sagt er.

Ungeklärte Vorgänge in zwei Gauen, die an Grundfesten von Arbeitnehmerrechten rütteln. Trotzdem, Karl Obermair hat ein reines Gewissen. Doch ist die ADAC-Spitze wirklich machtlos – macht es das nicht besser. Unser (…) Checkurteil: Der ADAC ist als Arbeitgeber zweifelhaft“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

"ARD-Video zu: ADAC unfair?"

13.09.2012 11:52
Finance Watch erhält Fairness-Initiativpreis 2012
Der Fairness-Initiativpreis geht in diesem Jahr an Finance Watch. Das gab die Fairness-Stiftung in Frankfurt am Main bekannt. Der europäische gemeinnützige Verein will bei der Reform der Finanzregulierung ein Gegengewicht zur Lobby der Finanzbranche und ihrer privaten Interessen sein. Als Bürgeranwalt will er gegenüber dem Gesetzgeber das Gemeinwohlinteresse öffentlich vertreten, so dass es zu einem Gleichgewicht zwischen privaten und öffentlichen Interessen kommt. Die Fairness-Stiftung sieht darin einen überfälligen und notwendigen Beitrag zur Fairness-Qualität der Finanzinstitute und ihrer politischen Regulierung. Die kleine Organisation steht seit August 2011 in Brüssel rund 700 Lobbyisten der Finanzbranche gegenüber, die über etwa 350 Millionen Euro pro Jahr für ihre Aktivitäten verfügen. Finance Watch muß dagegen mit einem Bruchteil dieses Betrages auskommen.

Das Kuratorium und die Leitung der Fairness-Stiftung halten die Arbeit von Finance Watch für ein notwendiges Signal und Korrektiv, um der Finanzregulierung eine faire, auf das Gemeinwohl hin orientierte Richtung zu geben. „Es gilt“, so der Direktor der Fairness-Stiftung, Norbert Copray, „auf diese Arbeit aufmerksam zu machen, die Aktiven in dieser Arbeit zu unterstützen und das Fairness-Anliegen von Finance Watch hervorzuheben und zu würdigen“. Die Finanzregulierung allein der Politik zu überlassen, wäre im Sinne der Europäer und der Bürger in Deutschland sicher nicht zielführend.

Der Fairness-Initiativpreis wird jährlich einmal von der Fairness-Stiftung an Organisationen des 21. Jahrhunderts verliehen, die sich in einem speziellen Bereich für Fairness in der Gesellschaft engagieren. Bisher ging er an LobbyControl, Abgeordnetenwatch, Foodwatch und Irrsinnig menschlich.
http://www.finance-watch.org/?lang=de

22.11.2011 18:00
Fairness-Events 2011 - Berichte und Fotos
Wer die Veranstaltungen verpasst hat oder wer sich noch mal erinnern möchte: Berichte und Fotos von der Verleihung des Deutschen Fairness Preises 2011 an Thomas Jorberg, Vorstandsprecher der GLS-Bank: http://www.fairness-stiftung.de/Preisverleihung2011.htm

von der Verleihung des Fairness-Initiativpreises 2011 an LobbyControl: http://www.fairness-stiftung.de/Fairness-Initiativpreis-2011.htm

und vom Internationalen Fairness-Forum 2011 über den Umgang mit Fehler, Irrtum und Versagen angesichts ständigen Optimierungsdrucks: http://www.fairness-stiftung.de/FF2011.htm



25.10.2010 17:32
10 Jahre Fairness-Stiftung: Preisfeier und Fairness-Forum
Komplett ausgebucht sind die Verleihung des Deutschen Fairness Preises 2010 und der Fairness-Initiativpreise 2010 sowie das Internationale Fairness-Forum in Frankfurt am Main am 30. Oktober.

400 Gäste haben sich angesagt, um mitzuerleben, wie der österreichische Fairness-Forscher und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Ernst Fehr von der UNI Zürich den Deutschen Fairness Preis erhält und Prof. Dr. Tania Singer die Laudatio auf ihn hält.

Die Verleihung der Fairness-Initiativpreise 2010 an www.abgeordnetenwatch.de, an www.foodwatch.de und an www.irrsinnig-menschlich.de unterstreicht das wachsende Bürgerengagement für mehr Fairness-Qualität in unserer Gesellschaft in bestimmten, konkreten Themenfeldern.

Mit der Festrede von Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, bis Mai diesen Jahres Präsident des Deutschen Bundesverfassungsgerichts, über die Frage: "Fairness - Grundwert im sozialen Rechtsstaat?" wird zum 10jährigen Jubiläum der Fairness-Stiftung die Fairness-Qualität unserer Gesellschaft grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt. Das anschließende Podiumsgespräch mit Prof. Papier, Prof. Fehr, Prof. Singer, Prof. Gertrud Höhler, Prof. Götz W. Werner und Vorstandssprecher Günter Cramer wird die Frage und die Antworten Papiers aus verschiedenen Blickrichtungen diskutieren, um Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Durch den Newsletter des Fairness-Stiftung https://www.fairness-stiftung.de/EMailKontaktanfrage.asp erfahren Sie, wann Sie die Berichte über die Veranstaltungen auf unseren Seiten nachlesen können.

11.09.2008 19:34
Wie Macht sich fertig macht
Prominente ruinieren ihren Erfolg häufig selbst. Das ist auf der politischen Bühne und im Blick auf Top-Manager nicht selten zu sehen. Wie Prof.Dr. Wolfgang Scholl vom Berliner Humboldt-Universitätsinstut für Psychologie erläutert, kommen solche Persönlichkeiten mit Wissen, Können und Geschick sowie dem Willen zur Macht in höhere Positionen. Dort, so Scholl, "tendieren sie dann zunehmend zur Machtausübung anstelle von Einflussnahme, lernen zu wenig, machen Fehler, versuchen, die Fehler zu korrigieren durch noch größere Fehler und treiben sich so in den Ruin" - möglicherweise mit der ganzen Firma.

Machtausübung blockiert oft die Lernfähigkeit und verstärkt nur die geschmeidige Anpassung. Die Machtmittel werden immer skrupeloser und Warnzeichen werden übersehen oder unterschätzt.

Ein partizipativer Führungsstil, der mit Einflussnahme an Stelle von Machtmitteln arbeitet, vermeidet in der Regel negative Folgen bei den von Macht Betroffenen, steigert die Lernfähigkeit und Begeisterung aller Beteiligten. Einflussnahme ist allerdings nicht Machtverzicht, sondern ein Soft Skill für einen partizipatorischen Machtgebrauch. Die Kunst der sanften Einwirkung, so der Forscher auf Grund seiner Studien, will allerdings gelernt wird und wird niemand in die Wiege gelegt.

Wirtschaftspsychologie 3/2007 http://www.fairness-stiftung.de/pdf/Einladung2008.pdf

11.04.2008 18:41
Bringt das Fairness-Abkommen Fortschritt?
Ein Fairness-Abkommen soll für rund 220.000 Zeitarbeitnehmer in mehreren Bundesländern die Arbeitsbedingungen schrittweise verbessern. Das vereinbarten Spitzenvertreter der Arbeitgeberverbände der Zeitarbeitsbranche und der Gewerkschaft IG Metall. Es schaffe die Grundlage für faire Arbeitsbedingungen für Zeitarbeitnehmer, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Vereinbarung gilt für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Vertreter der Arbeitgeberverbände sind weniger optimistisch, begrüßen aber grundsätzlich die Vereinbarung. Es handelt es sich allerdings nicht um einen Tarifvertrag, sondern um eine freiwillige Vereinbarung.

Die Vereinbarung sieht vor, dass sich beide Seiten für die Einhaltung der Tarifverträge in der Branche einsetzen. Damit ist vor allem auch der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gemeint. Zudem sichern die Arbeitgeberverbände ihre Bereitschaft zu, sich für dreiseitige Vereinbarungen zwischen ihren Zeitarbeitsfirmen, deren Kunden und der Gewerkschaft stark zu machen. Die IG Metall wiederum erkennt mit der Vereinbarung ausdrücklich den «eigenständigen Charakter und Wert der Zeitarbeitsbranche» an. Gemeinsames Ziel sei ferner die Aufnahme der Zeitarbeitsbranche in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, was auf einen Branchenmindestlohn hinaus laufen dürfte.

Die IG Metall hatte ein starkes Druckmittel in der Hand, um die Zeitarbeitsfirmen zu einem Fairness-Abkommen zu bewegen. Denn der Einsatz von Zeitarbeitsfirmen ist durch den Betriebsrat zustimmungspflichtig. Und die Gewerkschaftsvertreter kündigten an, nur den Zeitarbeitsfirmen als Partner der Unternehmen zuzustimmen, die sich an die Inhalte des Fairness-Abkommens halten.
Die Zeitarbeitsfirmen wollten auf jeden Fall ihr Image verbessern und vermeiden, dass sie durch die Betriebsräte nicht in Unternehmen zugelassen werden. Außerdem können sie mit dem Fairness-Abkommen unliebsame Wettbewerber aus dem Markt drängen.

Ob das fair ist: zu einem Abkommen genötigt werden und mit einem Abkommen Wettbewerbsvorteile sichern? Immerhin: wenn anders der Fairness nicht zum Fortschritt zu verhelfen ist, dann erst mal auf diese Weise. Vielleicht gelingt es auch mal mit Einsicht und werthaltiger Orientierung. Die Gewerkschaft hat ein Stück sozialen Ausgleichs in den Betrieben zurück erobert. Was beweist: auf lange Sicht kommen Unternehmen und Gewerkschaften nur kooperativ, aber weniger konfrontativ weiter. Da kann man sich das teure Hick-Hack gleich sparen und mit fairem Vorgehen Zeit, Geld und Ansehen sparen.

10.04.2007 10:40
UNO: Konvention für Menschen mit Behinderungen
Über 90 Staaten haben bisher die Konvention der UN über die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen unterzeichnet. Auf diese Weise wird die völkerrechtliche Gleichberechtigung der Menschen mit Behinderungen mit allen anderen Menschen in einer Bevölkerung festgeschrieben. Deutschland gehörte zu den ersten Unterzeichnern. Mit bereits 20 Ratifizierungen ist die Konvention in Kraft getreten. Das ist nun der nächste Schritt zur vollen weltweiten Gültigkeit.

Die USA akzeptieren die Konvention nicht und werden daher nicht unterschreiben. Russland überlegt noch.

In der Konvention wird der gemeinsame Schulbesuch und die gemeinsame Ausbildung von Menschen mit und ohne Behinderung festgeschrieben und gefordert. Barrierefrei sollen Verkehrwege und -mittel, Gebäude, Dienstleistungen und Waren zugänglich werden und sein. So lässt sich feststellen, ob der Unterschrift auch Taten folgen.

Mit der Annahme der Konvention wird es auch die Möglichkeit für Betroffene geben, sich über Diskrimierung zu beschweren oder zum Gerichtshof für Menschenrechte zu gehen, wenn alle anderen Wege ausgeschöpft sind, um den Menschenrechten gemäß behandelt zu werden.
http://www.unric.org/German_Section/Pressemitteilungen/UNRIC%10180.html

26.03.2007 15:34
Unglaublich, aber wahr: unbestechliche Ärzte
Ärzte, die unbestechlich sein und bleiben wollen, haben sich zu einer eigenen Organisation zusammengeschlossen. Denn Pharmahersteller finanzieren praktisch alle relevanten ärztliche Weiterbildungskongresse. Sie sorgen für die „richtigen“ Themen.
Und auch vor Ort sponsoren Hersteller die regionale Fortbildung. Diese hier organisierten Ärzte ärgern sich, dass Rednerinnen und Redner ständig von neuen Medikamenten berichten – manchmal werden sie vom Sponsor ja auch gleich mit den richtigen Powerpoint-Folien bestückt.
20 Millionen Mal pro Jahr besuchen 15.000 Pharmareferentinnen und -referenten die Praxen und Krankenhäuser. Planung und Datenauswertung von Arzneimittelstudien liegen zu 90 % in der Hand von Herstellern, viele Medizinzeitschriften und selbst ärztliche Fachgesellschaften sind komplett von Anzeigenerlösen und Herstellersubventionen abhängig.
Patientinnen und Patienten üben in Einzelfällen erheblichen Druck aus, bestimmte Medikamente verschrieben zu bekommen. Dahinter stehen unkritische Berichterstattungen etwa im Internet oder Selbsthilfeorganisationen, die von Pharmaherstellern „unterstützt“ werden.

All dem wollen sich die Ärzte von Mezis widersetzen. Ich meine: Hochachtung vor diesem mutigen Schritt! Hoffentlich kann man bald die Mezis-Ärzte auf deren Website nachschlagen und diese bevorzugt aufsuchen.
http://www.mezis.de

02.03.2007 18:05
GEZ von der traurigen Gestalt
Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ist nicht gerade als zimperlich, sondern als Gebührenrambo bekannt. Nun fiel die Anstalt auf, weil sie unfair mit Sozialhilfeempfängern, die heute Hartz-IV-Empfänger heißen, umgeht. Da die Betroffenen erst sehr spät nach behördlicher Bestätigung ihres Status und ihrer staatlichen Zuwendung bei der GEZ einen Antrag auf Befreiung stellen können, stellt die GEZ schon einmal für die antragsfreie Zeit eine Gebühr in Rechnung. Aber nicht für einen Monat, sondern für ein Vierteljahr, denn Monatseinzug gibt's bei der GEZ erst gar nicht.

Da Hartz-IV-Gelder nur für 6 Monate bewilligt werden, müssen Empfänger ggf. mehrmals im Jahr einen Antrag auf GEZ-Befreiung stellen.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1085901&


Ergo: Das Vorgehen der GEZ ist unfair und demütigend.

05.02.2007 12:34
DGB handelt arbeitsrechtlich inkorrekt
Peinlich für den DGB: Er hatte einer Gewerkschaftssekretärin gekündigt und sich dabei nicht an die arbeitsrechtlichen und betriebsverfassungsrechtlichen Bestimmungen gehalten für die er ansonsten eintritt. Gekündigt wurde Esther Ditschereit, die Mutter zweier unterhaltspflichtiger Kinder ist.

Das Arbeitsgericht Berlin stellte zur Kündigung fest: Die betriebsbedingte Kündigung ist sozial nicht gerechtfertigt und - der Betriebsrat wurde nicht angehört! Und das ausgerechnet beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

Das Gericht hat seiner Urteilsbegründung eine lange Mängelliste hinzugefügt: es fehle der Nachweis, dass der DGB die Mitarbeiterin nicht mehr beschäftigen könne. Die Gründe für die Kündigung seien nicht ausreichend dargelegt. Erforderliche und konkrete Angaben fehlten. Der DGB hat gegen das Urteil Berufung beim Landesarbeitsgericht eingereicht. Es kann noch peinlicher werden.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/07.12.2006/2948620.asp

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