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Blog nach Monat: Januar 2019

15.01.2019 10:39
Tierwohl Premium ist eine Mogelpackung - Ärger über Politik von Julia Klöckner und Lebensmittelhandel
Die großen Bio-Verbände sehen sowohl die neue Fleisch-Kennzeichnung des Einzelhandels als auch das geplante staatliche Tierwohl-Label kritisch. Alicia Lindhoff, Redakteurin der Frankfurter Rundschau schreibt dazu:

"Am Wochenende hatte der Lebensmitteleinzelhandel angekündigt, ab April dieses Jahres flächendeckend ein vierstufiges System zur Kennzeichnung von Haltungsbedingungen einzuführen. Künftig soll ein kompassartiges Label auf allen Fleischprodukten von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe anzeigen, aus welcher Haltungsform das Fleisch stammt. Das von der „Initiative Tierwohl“ der Lebensmittelbranche entwickelte Stufensystem reicht von „Stallhaltung“ (rot) bis zu „Premium“ (grün). Unter letztere sollen auch alle Bio-Produkte fallen.

Mit Blick auf ‚Tierwohl‘ sind die Vorschläge der Landwirtschaftsministerin, die jetzt auf dem Tisch liegen, eine Mogelpackung. Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft. „Das ärgert uns“, sagt „Bioland“-Sprecher Gerald Wehde. „Damit kommen wir in diesem Kennzeichnungssystem praktisch nicht vor.“ Denn die Kriterien für die sogenannte „Premium“-Stufe lägen deutlich unter den Bio-Standards. So hätten beispielsweise Schweine in der Bio-Landwirtschaft 50 Prozent mehr Platz, als bei der „Premium“-Stufe des Einzelhandels gefordert sei, ergänzt Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Außerdem sorge Bio nicht nur für das Tierwohl, sondern auch für Umwelt und Gesundheit. Enttäuschend findet Bioland-Sprecher Wehde die Regelung auch deswegen, weil zu einem früheren Zeitpunkt geplant gewesen sei, eine der vier Kategorien ausschließlich für Bio-Produkte zu öffnen.
Verärgert sind die Verbände zudem darüber, dass es dem Bundeslandwirtschaftsministerium auch zwei Jahre nach den ersten Vorstößen nicht gelungen ist, ein staatliches Tierwohl-Label auf den Weg zu bringen.

Zur jüngsten Meldung, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe sich mit einer Reihe von Verbänden „weitgehend“ auf Kriterien für ein solches Label geeinigt, sagt BÖLW-Geschäftsführer Röhrig: „Mit Blick auf ‚Tierwohl‘ sind die Vorschläge der Landwirtschaftsministerin, die jetzt auf dem Tisch liegen, eine Mogelpackung.“
Bioland-Sprecher Wehde moniert, sowohl der Einzelhandel als auch das Landwirtschaftsministerium belohnten durch ihre Kriterien bereits solche Betriebe, die für ihre Tiere nur minimal mehr täten als es die gesetzlichen Mindeststandards vorgäben: „Dabei müsste etwa in der Schweinehaltung mindestens 40 Prozent mehr Platz und ein Verbot des Schwänzeabschneidens vorgegeben sein.“ Wenn die Bundesregierung ihr eigenes Ziel, 20 Prozent Ökolandbau zu erreichen, ernst nehmen würde,müsste sie Bio als besten Teil des Labels separat kennzeichnen.

Die Bio-Verbände kritisieren außerdem, dass Klöckner den Herstellern freistellen will, ob sie ab 2020/21 am staatlichen Tierwohl-Label teilnehmen wollen. Sie fordern eine Kennzeichnungspflicht wie sie etwa für Eier gilt".

"Der Beitrag in der Frankfurter Rundschau am 15.1.2019"

09.01.2019 11:35
Doxxing, Doxing, Sexting und Grooming: Unfaire Attacken im Cyberspace
Ein neuer Begriff Doxxing, auch Doxing, macht von sich Reden. Im Gegensatz zu Leaks von Whistleblowern wie dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden geht es beim "Doxxing" (auch "Doxing" geschrieben) um personenbezogene Daten. Die Betroffenen sollen im Netz vorgeführt werden. Außerdem wollen die Täter einen Missbrauch der Daten ermöglichen. Doxxing, auch doxing, ist das internetbasierte Zusammentragen und anschließende Veröffentlichen personenbezogener Daten, zumeist mit bösartigen Absichten gegenüber den Betroffenen. Zum Teil geht damit auch die Identifikation von anonymen Personen einher. Die Gründe für das Doxing können unterschiedlicher Natur sein, darunter etwa Selbstjustiz, öffentliches Bloßstellen sowie Belästigung. Personen, die vom Doxing betroffen sind, sind oft Folgeattacken ausgesetzt, basierend auf den veröffentlichten Daten.

Beim "Doxxing" (von engl.: dox, Abkürzung für documents, dt.: Dokumente) werden möglichst viele private Informationen wie Kreditkartennummern, Scans von Ausweisdokumenten, vertrauliche Privatadressen oder Handynummern illegal abgefischt und dann online gestellt. In den USA spielt dabei auch die Sozialversicherungsnummer eine entscheidende Rolle, weil diese wiederum Tür und Tor für alle möglichen Betrugsattacken eröffnet.
Wer die vertraulichen Dokumente und Informationen ins Netz gestellt hat, lässt sich im Regelfall nicht ermitteln. Im Web stehen etliche Dienste wie Pastebin, Box.com oder Megaupload zur Verfügung, die anonym oder mit einem Pseudonym genutzt werden können.

Es ist davon auszugehen, dass Doxxing stark zunehmen wird. Es gilt als probates Mittel des Angriffs nicht nur gegen unbeliebte Oppositionelle im politischen Raum, wo es gezielt eingesetzt wird, sondern auch im Rahmen von privatem Mobbing oder Stalking. Die Mehrheit der Doxxing-Fälle ist bislang eher privater Natur. Es geht gegen Menschen, die man nicht mag, die man ihre Meinung oder ihr Verhalten übelnimmt, oder Stars und Sternchen, denen man ihren Ruhm neidet. Im politischen Raum geht es vor allem gegen progressiv und feministisch denkende Menschen. Es dient der Einschüchterung und der Beschränkung der Meinungsfreiheit.

Zum Cyberspace gehört auch als Variante des Cyber-Mobbing das Sexting. Unter Sexting ist die private Verbreitung erotischen Bildmaterials vom eigenen Körper über Mobiltelefone, insbesondere Smartphones, zu verstehen. Das aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammende Verbundwort setzt sich aus Sex und texting (engl. etwa: „Kurzmitteilungen verschicken“) zusammen. Sexting erfolgt bei Teenagern und jungen Erwachsenen durch Fototausch. Häufig wird zur Verbreitung Snapchat benutzt, eine Instant-Messaging-Anwendung für Smartphones und Tablets. Die mit ihr verschickten Fotos sollen nur eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar sein und sich dann selbst zerstören. Es ist jedoch mit relativ einfachen Mitteln möglich, versendete Dateien innerhalb der Ordnerstruktur des genutzten Gerätes zu finden und wiederherzustellen.

Cyber-Grooming gehört zum Internet basierten Stalking und fällt damit unter unfaire Attacken jenseits lauterer Absicht. Mehr dazu unter
"Cyber-Grooming als Variante von Stalking im Internetzeitalter"

https://www.fairness-stiftung.de/Shaming.htm" class="FSLinkorText">"Doxxing, Doxing als Cyber-Shaming" - Bloßstellen im Internet
https://www.fairness-stiftung.de/Shaming.htm

04.01.2019 12:10
Johannes Hans A. Nikel ist tot - wir trauern um ihn
Dr. Johannes Hans A. Nikel, Gründungsmitglied unseres Kuratoriums, ist am 28.12.2018 mit 88 Jahren gestorben. Er war 15 Jahre, bis zu seinem 85. Geburtstag im Kuratorium eine inspirierende, zuversichtliche, engagierte und kritische Persönlichkeit. Er hat stets an die Notwendigkeit und das Wirken der Fairness-Stiftung geglaubt und ist durch sein eigenes Leben in den verschiedenen Phasen seines Wirkens für Fairness eingetreten.

Dr. Johannes Hans A. Nikel, geboren 1930, studierte Soziologie und Philosophie in Frankfurt am Main. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Nach journalistischer Ausbildung bei der "Süddeutschen Zeitung" wurde er 1949 Redakteur für Politik bzw. Kultur bei der "Frankfurter Rundschau"; er war auch Freier Mitarbeiter bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und dem "Hessischen Rundfunk".
Er gründete den eigenen Verlag Bärmeier & Nikel sowie eine Druckerei. Er war Verleger und Herausgeber zahlreicher Bücher mit Autoren von Erich Kästner über Alexander Mitscherlich bis Gerhard Zwerenz.

Zusammen mit Hans Hermann Köper war er Initiator und Begründer der Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik Deutschland, und stellvertretender Bundesvorsitzender. Er sorgte für den Aufbau von Beratungsstellen und für die Öffentlichkeitsarbeit zum "Kampf dem Atomtod".

Er war Mitherausgeber und -inhaber der Verbraucherzeitschrift "DM", einem Vorläufer von kritischen Wirtschafts- und Verbraucherzeitschriften. Zusammen mit Erich Bärmeier konstituierte er die Deutsche-Verbraucher-Vereinigung; sie war Anstoß zur Gründung der Verbraucherzentralen und der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände.

1962 Gründung der literarisch-satirischen Zeitschrift "Pardon". Nikel war bis 1980 deren Verleger, Herausgeber und Chefredakteur (mit 320 Tsd. Verkauften Exemplaren in der Spitze), die er 1980 verkaufte. Goldmedaille des Art Directors Club.

Dr. Nikel war Jury-Mitglied und Präsident verschiedener Grafik- und Cartoon-Biennalen bzw. Ausstellungen. 1980 Aufnahme eines Philosophie- und Kunst-Studiums, 1983 Promotion über Meister Eckhart. Beginn der Arbeit als Künstler und Bildhauer. Es entstehen über 130 Bronzeskulpturen und -plastiken. 1998 große Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Hans Eichel und der Laudatio des Kultusministers unter Beteiligung zahlreicher prominenter Schriftsteller, Dichter, Philosophen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Dr. Johannes Hans A. Nikel hat die Medaille für den Deutschen Fairness Preis geschaffen, die durch die "Fairness-Stiftung" von 2001 bis 2015 verliehen wurde.

Die Fairness-Stiftung wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Wir verneigen uns vor einem großen Mann der deutschen Zeitgeschichte, der Geschichte geschrieben hat und der aus seinem rebellischen Geist für viele Aktionen, Ideen und Engagements geschöpft hat – nicht immer angenehm für die Betroffenen, aber häufig zugunsten von kulturellem, politischem, künstlerischem und sozialem Fortschritt.

"Die von Dr. Nikel geschaffene Medaille für den Deutschen Fairness Preis 2001 bis 2015"

"Nikels Kunstwerke in seiner eigenen Galerie"

"Dr. Nikel als Laudator und Kuratoriumsmitglied für Abgeordnetenwatch bei der Verleihung des Fairness-Initiativpreis 2010"

"Zu Leben und Werk von Dr. Johannes Hans A. Nikel"

02.01.2019 10:40
Warum YouTube und Google lügen und mehr Fairness verhindern
EU-Grünenpolitikerin Helga Trüpel wirft YouTube und Google vor, eine Kampagne gegen die Reform des Urheberrechts zu fahren. Was sind die Hintergründe?

Frau Trüpel, stimmt es, dass Fußball-Fans bald keine Videos aus den Stadien mehr im Internet teilen dürfen?
Trüpel: Nein, das ist falsch.

YouTube behauptet, sein Angebot müsse bald abgeschaltet werden.
Trüpel: Das ist Blödsinn. YouTube wehrt sich gegen sogenannte Upload-Filter, mit denen Urheberrechtsverstöße verhindert werden sollen. Dabei haben Unternehmen wie Facebook diese seit zehn Jahren im Einsatz.

Aber Upload-Filter verhindern doch angeblich, dass Satire oder Parodien hochgeladen werden können?
Trüpel: Das ist Unfug. Im Übrigen haben es die zeitweise diskutierten Upload-Filter nie in die Vorlage geschafft.

Sie werden also nicht mehr gefordert?
Trüpel: Nein. Die Betreiber der Plattformen sind zwar verantwortlich dafür, dass ihre Inhalte ordentlich lizenziert werden. Wie sie das machen ist ihre Sache. Da gibt es viele Möglichkeiten. Von Upload-Filtern ist im Gesetzestext keine Rede mehr.

Warum brauchen wir denn eine Reform des digitalen Urheberrechtes?
Trüpel: Wir müssen dafür sorgen, dass das Internet nicht nur frei bleibt, sondern auch fair wird. Die digitale Revolution hat dazu geführt, dass Millionen von Songs, Bildern, Videos und Texten ins Internet hochgeladen werden, ohne dass deren Urheber etwas davon haben. Wir wollen und müssen diese Urheber schützen, weil es sonst nämlich niemanden mehr geben wird, der seine Werke anbietet.

Die Gegner sprechen dennoch von einer Zensur.
Trüpel: Die Angstkampagnen von YouTube und Google stecken voller Halbwahrheiten und Lügen. Die Reform wird nicht zur Zensur führen, sondern zur Lizenzierung. Anders gesagt: Wir wollen die Meinungsvielfalt im Netz sicherstellen, damit Künstler und Schaffende künftig auch von ihren Beiträgen leben können.

Warum sind die Konzerne dann so erbittert gegen die Pläne der EU?
Trüpel: Das Geschäftsmodell von Google, Facebook und anderen basiert darauf, dass sie gigantische Werbeeinnahmen mit Inhalten erzielen, die sie selbst nicht geschaffen haben. Die Reform soll dafür sorgen, dass ein angemessener Teil dieser Einnahmen denjenigen zugutekommt, die die Inhalte erstellen.

Mit der Reform wird auch die Position der Zeitungsverlage gestärkt.
Trüpel: Der Artikel elf soll sicherstellen, dass Presseverleger ihre Rechte für die kommerzielle Nutzung von Ausschnitten von Artikeln bei den News-Seiten-Betreibern durchsetzen können. Dazu müssen die Internet-Konzerne Lizenzverträge mit den Rechteverwertern abschließen. Auf diesem Wege profitieren auch die Autoren der Beiträge davon. Und das ist nur fair.

Das Interview führte Detlef Drewes, Korrespondent Brüssel der Augsburger Allgemeinen.

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