Blog nach Monat: September 2008

30.09.2008 16:29
Mehr Fairness im Mittelstand?
Mehr Verlässlichkeit, Weitsicht, Fairness und Veränderungsbereitschaft sind nach Ansicht der Mittelständler in Deutschland bei den Unternehmerpersönlichkeiten von Nöten. So eines der Ergebnisse einer exklusiven Studie „Unternehmerische Verantwortung“ der Commerzbank AG zur Sicht der mittelständigen Wirtschaft, bei der 4.000 Unternehmen Mitte 2008 durch TNS Infratest befragt wurden. Auch gebe es Defizite bei der Risikobereitschaft und Bescheidenheit, wobei diese Werte nach Ansicht der befragten Mittelständler weniger wichtig seien. Der Charakter der mittelständischen Firmen verändert sich der Studie zu Folge immer dann, wenn die Unternehmensführung wechselt (69 %), es wirtschaftliche Engpässe und Krisen gibt (67 %), eine Beteiligungsfinanzierung eingefädelt wird (60 %) oder sich die Absatzmärkte verändern (60 %). 40 % der Firmen müssen in den nächsten zehn Jahren eine Nachfolge stemmen. Damit in der Gesellschaft unternehmerische Tugenden stärker verankert werden, wünschen sich die Mittelständler, dass diese Werte in der Erziehung eine größere Rolle spielen (95 %). Sie fordern: In der Bildung müsse Wirtschaft und Unternehmertum wichtiger werden (93 %), die Medien müssten ein attraktiveres Bild vom Unternehmertum zeigen (78 %) und die Unternehmer müssten sich selbst gesellschaftlich mehr engagieren und zeigen (75 %). Um die Reputation der mittelständischen Wirtschaft zu erhöhen, wollen die Befragten künftig in den Medien präsenter sein (75 %).
Was aber sind unternehmerische Tugenden? Mehr als die Hälfte der Mittelständler (56 %) sagt, dass die Firmen im Geschäftsalltag stärker als bisher auf ethisches Handeln achten müssten, und immerhin 46 % fordern, der Mittelstand müsse sich stärker als bisher sozial oder kulturell engagieren. Sind damit die unternehmerischen Tugenden angesprochen? Risikobereitschaft gepaart mit Verantwortungsfähigkeit, Fairness gepaart mit Entscheidungskompetenz, Innovationsfreue gepaart mit Verlässlichkeit – das sind unternehmerische Tugenden, die allerdings jedem Bürger und jeder Bürgerin gut zu Gesicht stehen. Sind die Mittelständler denn bereit, sich für eine Steigerung von Fairness, Verlässlichkeit und Veränderungsbereitschaft bei sich und in ihrem Unternehmen mehr als bisher zu engagieren? Sind sie dazu auch bereit, wenn es Geld und Engagement kostet?
http://www.fairness-stiftung.de/FS-SiegelFairePartner.htm

21.09.2008 13:13
Frieden und Fairness
Der Weltfriedenstag der UNO und der Fairplay-Tag der FIFA fallen heute zusammen auf denselben Tag. Wer Frieden und Fairness tiefer versteht, erkennt: friedfertiges und faires Verhalten sind nahezu identisch. Wer fair auftritt, leistet einen Friedensbeitrag – und zwar gerade dann, wenn Unterschiede ausgetragen werden. Im Sport wie in der Wirtschaft wie in der Gesellschaft und zwischen den Völkern. Wer friedlich sein und zum Frieden beitragen will, wird nicht umhin kommen, Fairness zu praktizieren und Fairplay den Vorrang zu geben.

Allerdings steht Fairness nicht als Synonym für ethische Werte, wie der FIFA-Präsident zum heuten Tag anmerkt. Fairness ist ein Wert unter mehreren Werte – wenn auch ein zentraler. Freiheit, Gleichberechtigung, Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit sind umgreifende Werte, die sich durch Fairness auf dem Sportplatz, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Engagement in Verhalten und Handeln praktisch übersetzen lassen. Durch Fairness werden ethische Werte praktisch und alltagsrelevant. Das bedeutet allerdings, mehr als einen laienhaften Umgang mit Fairness zu lernen und eine Fairness-Könnerschaft zu entwickeln.

In detaillierten Videoanalysen während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ wurden ca. 45% aller Verletzungen durch Fouls hervorgerufen, die die weltbesten Fußballspieler in diesem Wettstreit erlitten hatten. Die Zahl an Verletzungen könnte erheblich reduziert werden, wenn sich alle Spieler an die Gesetze des Spiels und die Regeln des Fairplays hielten. Ein Beispiel: Knöchelverletzungen, die zu den häufigsten Verletzungen im Fußball gehören. Sie kommen häufig durch unzulässige Seitenrempler im letzten Moment zustande. Das läuft – wenn es der Schiedsrichter nicht ahndet – unter „fairem Foul“.
Ganz abgesehen davon, dass Freistöße, Elfmeter, gelbe oder sogar rote Karten vermieden werden können, schützt der, der fair spielt, die eigene und die Gesundheit der 21 anderen Spieler auf dem Platz. Und vermeidet so auch teils hohe Kosten durch Behandlung und Reha-Maßnahmen wie auch persönliche Schicksale in Folge solcher Fouls. Es geht darum, nicht zu grätschen, wenn der Ball längst weg ist, nicht mit ausgestrecktem Bein zu spielen und unter keinen Umständen die Ellbogen einzusetzen, da dies ein großes Risiko von Kopfverletzungen birgt.

Wer also etwas für die Fairness tun will, muss „faire Fouls“ brandmarken und bekämpfen. Es ist an der Zeit, dass Sport- und Fußballverantwortliche das Thema des „fairen Fouls“ nicht länger meiden, das Thema anzusprechen. Und deutlich sowie folgenreich dem „fairen Foul“ den Kampf ansagen. Könnte es sein, dass ein solcher Kampf erst erfolgreich wäre, wenn Spieler für jedes „faire Foul“ und unfaire Foul ordentlich zur Kasse gebeten würde? Oder gibt es Aussicht auf striktes Fairplay allein durch Bewusstwerdung und Selbstverpflichtung?

11.09.2008 19:34
Wie Macht sich fertig macht
Prominente ruinieren ihren Erfolg häufig selbst. Das ist auf der politischen Bühne und im Blick auf Top-Manager nicht selten zu sehen. Wie Prof.Dr. Wolfgang Scholl vom Berliner Humboldt-Universitätsinstut für Psychologie erläutert, kommen solche Persönlichkeiten mit Wissen, Können und Geschick sowie dem Willen zur Macht in höhere Positionen. Dort, so Scholl, "tendieren sie dann zunehmend zur Machtausübung anstelle von Einflussnahme, lernen zu wenig, machen Fehler, versuchen, die Fehler zu korrigieren durch noch größere Fehler und treiben sich so in den Ruin" - möglicherweise mit der ganzen Firma.

Machtausübung blockiert oft die Lernfähigkeit und verstärkt nur die geschmeidige Anpassung. Die Machtmittel werden immer skrupeloser und Warnzeichen werden übersehen oder unterschätzt.

Ein partizipativer Führungsstil, der mit Einflussnahme an Stelle von Machtmitteln arbeitet, vermeidet in der Regel negative Folgen bei den von Macht Betroffenen, steigert die Lernfähigkeit und Begeisterung aller Beteiligten. Einflussnahme ist allerdings nicht Machtverzicht, sondern ein Soft Skill für einen partizipatorischen Machtgebrauch. Die Kunst der sanften Einwirkung, so der Forscher auf Grund seiner Studien, will allerdings gelernt wird und wird niemand in die Wiege gelegt.

Wirtschaftspsychologie 3/2007 http://www.fairness-stiftung.de/pdf/Einladung2008.pdf

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